Spielabbruch! Anhänger entzünden Feuer auf der Tribüne und attackieren Polizisten mit Metallstangen
Medellín (Kolumbien) – In einem südamerikanischen Fußballspiel kam es zu massiven Ausschreitungen, weshalb die Partie der Copa Libertadores zwischen Independiente Medellín und CR Flamengo aus Rio de Janeiro vorzeitig abgebrochen wurde.
Die Anhänger des kolumbianischen Vereins setzten nicht nur ihre eigene Zuschauertribüne in Brand, sondern griffen die eingesetzten Polizeikräfte zudem mit Feuerwerkskörpern und Metallstangen an.
Im Stadion entwickelten sich chaotische Zustände, als großer Rauch durch das Stadion zog, ausgelöst durch das Feuer im eigenen Fanblock. Zunächst wurde das Match kurz unterbrochen, obwohl erst eine Spielminute vergangen war. Nach einem erneuten Anpfiff entschieden die Schiedsrichter schließlich, die Begegnung komplett abzubrechen.
Als Ursache für die Gewalt gilt nicht allein, dass Medellín am vergangenen Wochenende die K.-o.-Phase der kolumbianischen Meisterschaft verpasst hatte. Die Fans machen vielmehr die Vereinsverantwortlichen für die Misere verantwortlich.
Unmittelbar vor dem Anpfiff gegen Flamengo hatten Sicherheitskräfte noch versucht, die Austragung des Spiels mit Zuschauern zu verhindern. Offenbar war ihnen bereits bewusst, dass es zu erheblichen Ausschreitungen kommen könnte. Medellín lehnte diesen Vorschlag jedoch ab und verwies auf vertragliche Verpflichtungen gegenüber Sponsoren.
Wie mit der abgebrochenen Partie weiter verfahren wird, ist derzeit noch offen. Möglich sind entweder eine Neuansetzung des Spiels oder ein Sieg für Flamengo am Grünen Tisch.
Bereits im vergangenen Sommer kam es bei der Copa Sudamericana in Buenos Aires zu ähnlichen schweren Vorfällen. Damals wurde das Spiel zwischen Independiente und Universidad de Chile aufgrund gewalttätiger Auseinandersetzungen in der Halbzeitpause abgebrochen.
Anhänger beider Seiten schlugen mit Stangen aufeinander ein und bewarfen sich mit Steinen. Im aktuellen Fall zerstörten die Anhänger von Medellín zudem die sanitären Anlagen im Atanasio-Giardot-Stadion.