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Kapitän Müller verlässt den CFC: „Auf beiden Seiten fehlte die volle Überzeugung“

Chemnitz – Tobias Müller (32) war über acht Jahre hinweg eine prägende Persönlichkeit beim Chemnitzer FC. Mit mehr als 200 Pflichtspielen, als Kapitän und Identifikationsfigur hat er sich sowohl auf als auch neben dem Spielfeld einen festen Platz bei den Himmelblauen gesichert. Trainer Benjamin Duda (37) beschreibt ihn als „einen außergewöhnlichen Menschen und einen ganz besonderen Charakter“.

Derzeit ist der erfahrene Mittelfeldspieler verletzungsbedingt außer Gefecht gesetzt. Ein Einsatz für den CFC wird es für Müller nicht mehr geben, denn sein Vertrag endet Ende Juni. Beim Derby am Samstag gegen den FSV Zwickau wird er zusammen mit acht weiteren Spielern offiziell verabschiedet. Auf der Homepage des Regionalligisten äußerte sich der gebürtige Oberlausitzer zu …

… seinem bevorstehenden Abschied:

„Mit viel Stolz und Dankbarkeit schaue ich auf meine acht Jahre zurück. Im heutigen Fußball – aber auch im Leben allgemein – dreht sich alles sehr schnell, weshalb ich diese lange Zeit bei einem einzigen Verein umso mehr schätze. Es gab zahlreiche Höhen und Tiefen, und auf diesem Weg habe ich viele besondere Menschen getroffen. Diese Erinnerungen bleiben für immer.“

… seinen Knieproblemen:

„Natürlich hätte ich mir einen anderen Abschied gewünscht. Doch das Leben schreibt seine eigenen Regeln. Innerlich konnte ich mich schon etwas damit arrangieren, habe Frieden mit der Situation geschlossen und freue mich auf den Abschiedstag. Ich bin sicher, dass es dennoch ein würdiger Abschied wird.“

… die unerwartete Trennung:

„Im Januar gab es während des Trainingslagers intensive Gespräche mit den Verantwortlichen über meine Zukunft über das Saisonende hinaus. Dabei wurde offen und ehrlich hinter den Kulissen gesprochen. Mein Eindruck war, dass bei beiden Seiten die volle Überzeugung fehlte, die für eine weitere Zusammenarbeit nötig gewesen wäre. Der Verein plant eine Neuaufstellung auf meiner Position – das ist legitim und gehört zum Geschäft im Fußball dazu.“

… seine acht Jahre beim CFC:

„Der Aufstieg in die 3. Liga im ersten Jahr war ein ganz besonderes Erlebnis. Die drei Siege im Sachsenpokal waren außergewöhnlich – besonders die zwei Erfolge vor heimischem Publikum. Auch die DFB-Pokal-Partien gegen den Hamburger SV, Hoffenheim und Union Berlin sind unvergesslich, auch wenn wir knapp unterlagen. Diese Spiele als Außenseiter gegen starke Teams waren echte Pokalfights – die Gellertstraße hat richtig bebt. Das war eine unglaubliche Atmosphäre.“

… seine Anfänge bei Dynamo Dresden:

„Für mich als 19-Jährigen war das ein ehrlicher und harter Start in den Profifußball. Peter Pacult war ein Trainer der alten Schule, wie man ihn heute kaum noch findet. Es gab keinen festgelegten Trainingsplan, vieles wurde täglich neu entschieden – man musste immer bereit sein. Gleichzeitig nahm er Rücksicht auf mich und ermöglichte mir, neben dem Zweitliga-Alltag das Abitur zu absolvieren – das war nicht selbstverständlich. Er hat mich gefördert und gerade zu Beginn bewusst geschützt, insbesondere vor dem großen Medienrummel in Dresden.“

Regionalliga Nordost – Tabelle

Der Meister der Saison 2026 trifft am Ende in zwei Aufstiegsspielen auf den Meister der Regionalliga Bayern. Der Gewinner dieser Duelle steigt in die 3. Liga auf. Abhängig von den Absteigern aus der 3. Liga können maximal vier Teams auf- oder absteigen.