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Bundesliga-Profi verspottet Kult-Fan und bittet um Entschuldigung

Rabat (Marokko) – Michel Kuka Mboladinga sorgte beim Afrika-Cup für Begeisterung unter zahlreichen Anhängern und TV-Zuschauern, indem er sich als "Lumumbua Vea" präsentierte – ein lebendes Denkmal zu Ehren des Freiheitskämpfers Patrice Lumumba. Mit erhobenem Arm saß er bei den Partien der Demokratischen Republik Kongo ruhig auf der Tribüne. Nach dem Ausscheiden im Achtelfinale ließ jedoch ein Gegenspieler eine spöttische Geste folgen.

Fast 120 Minuten verharrte der Kult-Fan im Stade Moulay Hassan am Dienstagabend regungslos, doch als Adil Boulbina (22) Algerien in der 119. Minute mit seinem Treffer zum 1:0 ins Viertelfinale brachte und damit DR Kongo aus dem Turnier warf, konnte auch die lebende Statue ihre Tränen nicht zurückhalten.

Doch damit nicht genug: Mohamed Amoura (25) vom VfL Wolfsburg verschärfte die Situation noch, indem er nach dem Sieg gezielt vor den Block der "Leoparden" – wie die kongolesische Nationalmannschaft genannt wird – trat und Mboladinga nachahmte.

Der Bundesliga-Spieler hob zunächst demonstrativ seinen rechten Arm, verharrte dann kurz bewegungslos, bevor er sich resigniert zu Boden fallen ließ.

In den sozialen Netzwerken stieß diese gehässige Aktion auf breite Ablehnung. Viele Nutzer verurteilten die Jubelpose als respektlos, vor allem angesichts der historischen Bedeutung.

Patrice Lumumba gründete die erste Unabhängigkeitsbewegung der damaligen belgischen Kolonie und wurde am 30. Juni 1960 zum ersten Premierminister des Kongo ernannt.

Am 17. Januar 1961 wurde der Freiheitskämpfer von Soldaten unter belgischem Kommando ermordet, später ausgegraben und in Säure aufgelöst. Bis heute gilt er als der bedeutendste Nationalheld Zentralafrikas.

Zur Ehrung Lumumbas stellt Mboladinga die lebende Statue dar und will damit eine positive Botschaft an die Spieler und sein Heimatland senden. „Was ich tue, erfreut alle Kongolesen. Ich gebe auch den Spielern Kraft, wenn sie mich sehen. Damit sie den Sieg erringen“, erklärte der Kult-Fan in einem Interview.

Inzwischen hat sich Amoura auf Instagram für sein Verhalten entschuldigt: „Ich möchte klarstellen, dass ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, wer oder was die Person auf der Tribüne darstellte. Ich wollte lediglich einen Scherz machen, ohne böse Absicht oder jemanden provozieren zu wollen“, schrieb der 25-Jährige in seiner Story.

„Ich habe großen Respekt vor dem Kongo und seiner Nationalmannschaft“, ergänzte der Wolfsburger. „Sollte meine Geste missverstanden worden sein, bedauere ich das zutiefst.“