Bundesliga-Profi verlangt TV-Wiederholung: „Ich will kein schlechter Verlierer sein, aber…“
Wolfsburg – Eigentlich ist Hauke Wahl (31) ein eher zurückhaltender Typ, doch nach der 1:2-Pleite seines FC St. Pauli beim VfL Wolfsburg ließ er seinen Emotionen freien Lauf.
Direkt im Anschluss an die Partie meldete sich der Verteidiger bei Sky zu Wort und forderte prompt eine Überprüfung des späten Siegtreffers der Wölfe. „Ich möchte nicht als schlechter Verlierer dastehen“, erklärte Wahl, „aber für mich sah es so aus, als hätte Pejcinovic den Ball mit der Hand geköpft.“
Auf den Fernsehbildern war das allerdings nicht zu erkennen, vielmehr lenkte Adam Dzwigala (30) den Ball noch leicht ab. Trotzdem blieb Wahl bei seiner Meinung. „Mein Gefühl war einfach, dass er sich selbst an die Hand köpft“, fügte er hinzu. „Ich stand ja direkt daneben.“
Das war jedoch auch ein Problem: Der 31-Jährige ließ dem Wolfsburger Stürmer zu viel Raum, wodurch dieser ungestört den entscheidenden Treffer erzielen konnte. Dabei fand Wahl, dass St. Pauli „ein ordentliches Spiel“ gezeigt habe.
Gegen die kompakte Defensive der Hamburger konnten die Wolfsburger kaum Chancen kreieren, doch offensiv präsentierten sich die Gäste auch wieder einmal zu ungefährlich. Zudem wurde St. Pauli in der zweiten Halbzeit zu passiv und verlor dadurch etwas die Kontrolle über das Spiel. „Mindestens einen Punkt hätten wir verdient gehabt“, betonte er.
Dass es nicht dazu kam, lag unter anderem an einem Handelfmeter in der ersten Hälfte, bei dem Wahl mit seiner Hand beteiligt war. Aus kurzer Entfernung blockte er einen Schuss mit eben jener Hand. Anfangs entschied Schiedsrichter Frank Willenborg (46) noch auf Weiterspielen, doch nach Rücksprache mit dem VAR zeigte er auf den Elfmeterpunkt.
„Ich versuchte, mich abzudrehen“, schilderte Wahl die Szene. „Aber ich konnte nichts anderes tun. Es war einfach unglücklich.“ Grundsätzlich habe er die Entscheidung jedoch nachvollziehen können, auch wenn Willenborg eher zurückhaltend in der Kommunikation gewesen sei. „Er erklärte mir nur, dass der Ball gegen meine Hand gegangen ist – das war seine Begründung.“
Die generelle Verständigung auf dem Platz bezeichnete Wahl als „okay“, hätte sich aber wohl mehr Erklärungen vom Schiedsrichter gewünscht.
Dennoch machte er niemandem Vorwürfe und versuchte, das Positive aus der Niederlage mitzunehmen. „Dieser Mannschaft, die offensiv mit enormer Qualität gespickt ist, haben wir wirklich wenig zugelassen“, so der Verteidiger. „Das müssen wir uns für die Zukunft bewahren.“ Denn bereits am Samstag steht mit dem BVB die nächste schwere Aufgabe bevor.