Relegationsstress belastet St. Pauli: Bleibt Torwart Nikola Vasilj zuversichtlich?
Hamburg – Die entscheidende Woche vor dem letzten Spiel im Kampf um den Bundesliga-Relegationsplatz hat begonnen. Ausgerechnet bei St. Pauli macht sich nun ein Magen-Darm-Virus breit. Wie Torwart Nikola Vasilj seine noch gesunden Mitspieler begrüßt und warum er die Relegation nicht vorwegnehmen möchte, berichtete der Keeper am Rande des öffentlichen Trainings der Kiezkicker.
Windböen wehen rau an der Kollaustraße, nur gelegentlich bricht ein schwacher Sonnenstrahl durch die dichte, dunkle Wolkendecke über der Hansestadt.
Diese Stimmung spiegelt wohl treffend die aktuelle mentale Verfassung des Vereins wider – ein ständiges Auf und Ab zwischen Hoffnung und Verzweiflung im Kampf um den Klassenerhalt.
Vasilj jedoch trotzt den Herausforderungen bis zum letzten Moment und glaubt an ein Wunder für St. Pauli, wie er gegenüber TAG24 betont: „Wir haben noch eine Chance. Eine große sogar. Solange diese besteht, empfinde ich nur positive Gefühle.“
Der bosnische Nationalspieler geht also trotz des enormen Drucks vor dem Spiel in Wolfsburg jede Nacht mit einer optimistischen Einstellung schlafen. Allerdings glaubt er nicht daran, dass sich der dringend benötigte Sieg für die Kiezkicker herbeisehnen oder erzwingen lässt.
„Ich hatte in meiner Karriere oft das Gefühl vor einem Spiel, dass alles gut läuft – und dann kam genau das Gegenteil“, sagt der Keeper mit einem leichten Schmunzeln.
Für ihn gibt es im entscheidenden Spiel nur eine Möglichkeit: „Man muss das nächste Spiel wie gewohnt angehen und auf dem Platz alles geben!“
Vasilj will gemeinsam mit dem Trainer, den Teamkollegen und dem gesamten Team positiv bleiben und sich ganz auf die eigene Leistung konzentrieren.
Obwohl das Ergebnis aus dem Kellerduell in Heidenheim eine große Rolle spielt, will der Torwart am Samstag auf dem Spielfeld nichts von der aktuellen Situation wissen, wie er zugibt.
Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass sich die Stimmung verändert, sollte sich die Tabellensituation zugunsten oder zulasten der Kiezkicker entwickeln.
„Wir haben natürlich unseren Trainer an unserer Seite. Falls wir etwas anpassen müssen, was unser Spiel beeinflusst, werden wir darüber informiert“, erklärt er.
Bis dahin gilt es, den Fokus ausschließlich auf die eigene Performance zu legen. Das Ziel ist klar formuliert: „Wir wissen, dass wir gewinnen müssen!“
Der Umstand, dass St. Pauli derzeit zusätzlich vom Grippe-Virus betroffen ist, bereitet Vasilj momentan kaum Sorgen. „Ich glaube, einige fühlen sich schon besser. Es ist eine lange Woche, wir haben noch ein paar Tage. Ich hoffe, dass alle wieder fit werden.“
Damit der Torwart nicht selbst ausfallen muss, hat der Coach eine ungewöhnliche Regel eingeführt: Ab sofort wird ausschließlich die „Corona-Faust“ zum Gruß verwendet, um das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten, berichtet Vasilj.