zurück

Im Blickfeld von Kanzler Merz: BVB gibt Zwei-Tore-Führung aus der Hand, gewinnt aber dennoch

Dortmund – Was für ein aufregendes Spiel! Borussia Dortmund wirkte gegen den FC St. Pauli über eine Stunde wie der klare Sieger, doch die Kiezkicker antworteten mit Standardsituationen. In der Nachspielzeit sicherte Emre Can per Elfmeter den 3:2-Endstand.

Vor den Augen von Bundeskanzler Friedrich Merz entwickelte sich von Beginn an die erwartete Partie. Der BVB kontrollierte den Ballbesitz, tat sich allerdings schwer gegen die kompakt stehende Defensive der Gäste.

Gefährlich wurde es nur bei Abschlüssen von Julian Brandt. Zuerst lenkte Hauke Wahl einen Schuss des Mittelfeldspielers auf der Linie um (13.), später setzte Brandt einen Freistoß knapp am Tor vorbei (26.).

St. Pauli versuchte immer wieder Nadelstiche zu setzen, hatte jedoch nach 18 Minuten Pech, als Schiedsrichter Harm Osmers seine Elfmeterentscheidung nach Videobeweis zurückzog (18.). Abgesehen davon blieb nur eine gute Gelegenheit durch Mathias Pereira Lage (27.).

Es schien, als funktioniere der Plan von Trainer Alexander Blessin zur Pause perfekt, doch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zeigte der BVB seine Klasse. Karim Adeyemi beschleunigte auf der rechten Seite und spielte einen scharfen Pass vor das Tor der Kiezkicker. Brandt musste nur noch einschieben – 1:0 für Schwarz-Gelb!

Mit der Führung im Rücken startete Dortmund stark in die zweite Halbzeit und erhöhte rasch. Fabio Silva, der Serhou Guirassy in der Startelf ersetzte, war nach einem Zuspiel von Brandt frei durch, legte vor dem FCSP-Keeper Vasilj uneigennützig quer auf Adeyemi, der problemlos zum 2:0 einschob.

Das Spiel schien seinen Lauf zu nehmen, doch eine Ecke brachte die Gäste zurück ins Match. James Sands setzte sich gegen Emre Can durch und erzielte den Anschlusstreffer (62.).

Damit war St. Pauli wieder im Spiel und kam nach etwas mehr als 70 Minuten erneut durch eine Standardsituation zum Ausgleich. Einen Freistoß von Smith verwandelte der eingewechselte Ricky-Jade Jones direkt im langen Eck. Plötzlich herrschte im Signal Iduna Park Stille.

Die Kiezkicker hatten nun Oberwasser und vergaben durch Jones auch die Chance auf das 3:2 (78.), doch am Ende kam es, wie es kommen musste. In der Nachspielzeit brachte Joker Maximilian Beier den Gegner unnötig zu Fall; Schiedsrichter Osmers entschied zunächst auf Freistoß, zeigte dann aber auf den Punkt.

Bereits in der fünften Minute der Nachspielzeit trat Emre Can zum Strafstoß an und verwandelte souverän zum Siegtreffer für Dortmund.

Bundesliga, 18. Spieltag

Borussia Dortmund – FC St. Pauli 3:2 (1:0)

Aufstellung BVB: Kobel – Can, Anton, Schlotterbeck – Ryerson (71. Couto), F. Nmecha (83. Özcan), Svensson, Brandt (83. Chukwuemeka), Bellingham – Adeyemi (71. Beier), Fabio Silva (71. Guirassy)

Aufstellung St. Pauli: Vasilj – Dzwigala (64. Ando), Wahl, Mets – Pyrka, Sands, Smith, Ritzka (64. Oppie) – Fujita – Kaars (64. Jones), Pereira Lage

Schiedsrichter: Harm Osmers (Bremen)

Zuschauer: 81.365 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Brandt (45.+1), 2:0 Adeyemi (54.), 2:1 Sands (62.), 2:2 Jones (72.), 3:2 Can (90.+5/Elfmeter)

Gelbe Karten: Schlotterbeck (4), Adeyemi (3), Bellingham (1) / Smith (3)