Vize-Kapitän muss Regionalligist verlassen – erfährt es jedoch über Instagram
Bonn – Über Instagram verabschiedete der Bonner SC kürzlich sechs Spieler, die den Verein nach Ablauf der Saison verlassen werden. So weit, so üblich – doch einer der Akteure war offenbar völlig überrascht von dieser Nachricht!
Auf der Liste der Abgänge des Regionalligisten fand sich nämlich auch Vize-Kapitän und wichtige Stütze im Mittelfeld, Tobias Peitz (26). Diese Entscheidung überraschte nicht nur viele Fans, sondern auch den defensiven Mittelfeldspieler selbst.
"Dass ich das über Instagram mitbekomme, hatte ich bisher noch nie erlebt", kommentierte der 26-Jährige den Post – woraufhin es unter den Anhängern des Vereins zu heftigen Diskussionen kam, da sie diese Vorgehensweise nicht nachvollziehen konnten.
Am darauffolgenden Tag erläuterte der Führungsspieler des BSC die Hintergründe, die sich abseits der Öffentlichkeit abgespielt hatten.
Peitz erklärte in seiner Instagram-Story am Samstag, dass er von der Reaktion und der Reichweite seines Kommentars völlig überrascht gewesen sei und dies nicht vorhersehen konnte.
"Die Situation ist dennoch so, wie sie ist. Bis zu diesem Instagram-Post hatten weder ich noch mein Berater eine Entscheidung hinsichtlich einer möglichen weiteren Zusammenarbeit erhalten – das ist mir in meiner bisherigen Karriere tatsächlich noch nie passiert", erklärte der erfahrene Regionalliga-Profi.
Selbstverständlich sei es normal, dass ein Verein sportlich neue Wege geht und deshalb Verträge nicht verlängert werden. "Trotzdem wünscht man sich als Spieler, der sich ein ganzes Jahr lang für den Verein eingesetzt und alle vertraglichen Pflichten erfüllt hat, eine offene und ehrliche Kommunikation", fügte Peitz hinzu.
Bei seiner Vorstellung vor rund einem Jahr hatte sich Peitz noch sehr positiv über den Umgang mit der sportlichen Führung geäußert.
"Die Gespräche mit Daniel Zillken [Sportgeschäftsführer des Bonner SC, Anm. d. Red.] fanden in einem äußerst wertschätzenden Rahmen statt", sagte der gebürtige Ratinger damals – eine Aussage, die er heute wohl so nicht mehr tätigen würde.
Obwohl Peitz nur einen Vertrag über ein Jahr unterschrieben hatte, plante er offenbar eine langfristige Zukunft beim BSC: "Ich habe mir hohe Ziele mit dem Bonner SC gesetzt und bin überzeugt davon, dass wir in den kommenden Jahren gemeinsam Erfolge feiern werden."
Seinem ehemaligen Verein wünscht Peitz dennoch weiterhin alles Gute: "Ich wünsche dem Klub, den Spielern und besonders den Fans nur das Beste für die Zukunft", schloss der 26-Jährige.
Sportgeschäftsführer Zillken äußerte sich zum Vorfall nur kurz gegenüber dem General-Anzeiger: Die Trennung sei "eine Entscheidung der sportlichen Vereinsleitung". Zu Peitz’ Vorwurf, nicht informiert worden zu sein, wollte er keine Stellung beziehen.