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FC St. Pauli: Blessins Einwechslungen zeigen Wirkung und sorgen für Euphorie am Millerntor

Hamburg – Ein enorm wichtiger Schritt! Nach dem enttäuschenden Derby gegen den HSV erkämpfte sich der FC St. Pauli am Dienstagabend im Nachholspiel gegen RB Leipzig eine starke Reaktion und spielte hochverdient einen Punkt gegen den Champions-League-Kandidaten heraus. Besonders die personellen Wechsel vor und während der Begegnung hatten spürbaren Einfluss.

Nur vier Tage nach der enttäuschenden Vorstellung im Stadtderby präsentierten sich die Kiezkicker verändert und lieferten den Leipzigern einen echten Kampf auf Augenhöhe. Ein großer Faktor waren dabei die vier Neuzugänge in der Anfangsformation. Tomoya Ando (27) gab sein Debüt in der Startelf, die rechte Seite wurde erneut von Manolis Saliakas (29) bekleidet, während offensiv Danel Sinani (28) und Ricky-Jade Jones (23) für viel Wirbel sorgten.

Gerade in der ersten Halbzeit agierte Trainer Alexander Blessins (52) Mannschaft sehr kompakt, ließ wenig Räume und erarbeitete sich zahlreiche Ballgewinne. Leider wurden diese Chancen häufig fahrlässig vergeben. „Wir waren etwas nachlässig, spielten zu hastig und hatten ein schlechtes Timing“, ärgerte sich der 52-Jährige nach Spielende. Sinani und Joel Chima Fujita (23) trafen insbesondere in der zweiten Hälfte oft die falschen Entscheidungen.

In einzelnen Szenen zeigten sie jedoch auch ihr Können und setzten Jones mit seinem Tempo effektiv in Szene. Der Stürmer hatte mehrmals die Möglichkeit, die Führung zu erzielen, scheiterte aber unglücklich. „An einem guten Tag macht er die vielleicht“, vermutete Blessin.

St. Pauli präsentierte sich gegen einen starken Gegner erneut sehr ordentlich, auch wenn das hohe Tempo aus der ersten Halbzeit nicht über die gesamte Dauer gehalten werden konnte – allerdings auch Leipzig ließ nach.

Zwischenzeitlich offenbarte sich wieder die Härte des Fußballs: Yan Diomande (19) brachte RB mit einem abgefälschten Schuss in Führung (66.). „Dann denkst du: Verdammt, solche Spiele hatten wir jetzt schon zu oft“, gab Blessin einen Einblick in seine Gefühlslage. „Aber wir haben an uns geglaubt und sind zurückgekommen.“

Hauptverdienst dafür hatten seine Wechsel. Eine Viertelstunde vor Schluss sorgte ein Dreifachwechsel für neue Energie auf dem Feld. „Es ging vor allem darum, frischen Wind reinzubringen, und das haben sie sehr gut umgesetzt“, erläuterte Blessin seine Entscheidung und erinnerte an die Rückrunde der vergangenen Saison, in der die Kaderbreite den Unterschied machte. „Eine starke Bank zu haben, die nochmal Energie auf das Spielfeld bringt, ist enorm wichtig.“

Dies gelang unter anderem Martijn Kaars (26), der in der Nachspielzeit zunächst gefoult wurde und dann vom Elfmeterpunkt den umjubelten Ausgleich erzielte. „Das 1:1 war verdient, aber uns ist bewusst, dass wir bald einen Sieg benötigen“, erklärte der FCSP-Coach.

Dass St. Pauli nach zwei Rückschlägen und der schwachen Vorstellung gegen den HSV erstmals im neuen Jahr wieder gegen ein Spitzenteam der Liga zurückgekommen ist, dürfte Hoffnung für die kommenden Wochen machen. Besonders die Begegnung am Samstag beim FC Augsburg ist von großer Bedeutung, denn die Fuggerstädter liegen nur fünf Punkte entfernt. „Wenn wir diese Leistung konservieren können, werden auch die Punkte folgen“, zeigte sich Blessin zuversichtlich. Am besten natürlich bereits am Samstag.