Wichtige Punkte im Abstiegskampf! FC St. Pauli avanciert überraschend zur Heimspiel-Bastion
Hamburg – Ein enorm bedeutsamer Erfolg für den FC St. Pauli: Die Kiezkicker setzten sich im Abstiegskrimi gegen Werder Bremen mit 2:1 (0:0) durch und schoben sich nach dem 23. Spieltag auf den Relegationsplatz 16 vor.
Obwohl mit Hauke Wahl (31) und Eric Smith (29) zwei zentrale Spieler von Trainer Alexander Blessin (52) wieder in der Startformation standen, taten sich die Hamburger zunächst schwer. Zwar war auch Werder Bremen durch die zuletzt zwölf sieglosen Partien sichtlich belastet, doch die Gäste hatten über weite Strecken mehr Ballbesitz.
„Wir sind nicht optimal ins Spiel gekommen“, gestand auch Blessin ein und zeigte sich ein wenig verärgert über die fehlende Abstimmung in der Abwehrreihe. „Es klafften immer große Lücken, die Bremen gut auszunutzen wusste – da war auch Qualität drin.“ Allerdings fehlte den Bremern im letzten Drittel die Durchschlagskraft, sodass sie keinen Profit daraus ziehen konnten.
Nach dem Seitenwechsel und einigen taktischen Umstellungen präsentierte sich St. Pauli stabiler. Der Führungstreffer durch Wahl fiel auch dank eines Patzers von Mio Backhaus (21), der einen harmlosen Kopfball durch die Finger rutschen ließ.
Nachdem Jovan Milosevic (20, 62.) durch einen äußerst unglücklichen Auftritt der FCSP-Abwehr zum Ausgleich traf, sorgte Joel Chima Fujita mit seinem ersten Bundesliga-Tor für ekstatische Stimmung am Millerntor (70.).
In der Schlussphase warf Werder alles nach vorne, doch die Hamburger kämpften mit aller Hingabe und setzten sich in den Zweikämpfen durch. „Wir haben die letzten Minuten irgendwie über die Zeit gebracht“, wusste auch Blessin, der sich von der Situation nicht aus der Ruhe bringen ließ. „Die drei Punkte sind das Entscheidende.“
Der Sieg im Abstiegskrimi katapultierte St. Pauli an Bremen vorbei auf Platz 16. „Wir genießen den Moment, aber wir wissen, dass noch elf Endspiele vor uns liegen“, betonte der 52-Jährige. „Wir müssen dranbleiben und weiter punkten, weil die Lage extrem eng ist.“
Für den Coach ist die aktuelle Tabellenposition lediglich eine Momentaufnahme. „Der 34. Spieltag wird entscheidend sein, da wollen wir über dem Strich stehen“, machte Blessin klar und verwies auf eine Schwierigkeit: „Jetzt denken vielleicht manche, wir könnten etwas verlieren. Vorher hatten wir nichts zu verlieren.“
Doch lange wollte sich der Trainer nicht auf solche Überlegungen versteifen, sondern konzentriert sich mit seiner Mannschaft von Partie zu Partie. Besonders wichtig ist es, die Heimstärke zu bewahren. Von den bislang 20 gesammelten Punkten holte das Team 15 am Millerntor, wo sie seit fünf Spielen ungeschlagen sind. Neben Unentschieden gegen den HSV und RB Leipzig gelangen auch drei 2:1-Erfolge gegen Heidenheim, Stuttgart und eben Werder.
Wenn St. Pauli diese Serie lange aufrechterhalten kann und vielleicht auch einmal auswärts punktet – der einzige Auswärtssieg der Saison gelang bisher beim HSV – ist alles möglich, sogar der direkte Klassenerhalt.