Weder Bernabeu noch Camp Nou: Diese beiden Arenen begeistern RB-Ösi Seiwald
Almancil (Portugal) – Nach einem holprigen Einstieg hat sich Nicolas Seiwald (24) bei RB Leipzig durch stetige Weiterentwicklung einen Platz in der Startelf von Trainer Ole Werner (37) erkämpft. Im exklusiven Gespräch mit TAG24 sprach er über seine bisherige Zeit bei RB sowie über eine mögliche Vertragsverlängerung.
Rund zweieinhalb Jahre nach einem Interview im Sommertrainingslager in Bruneck (Südtirol) traf TAG24 den Mittelfeldspieler erneut – diesmal im Winter und in einer völlig veränderten sportlichen Situation.
Als damals 22-Jähriger, der gerade erst nach Leipzig gewechselt und seine österreichische Heimat verlassen hatte, fiel es ihm noch schwer, die Lücke zu schließen, die Landsmann Konrad Laimer (28) beim ablösefreien Wechsel zum FC Bayern hinterlassen hatte.
Oft kam er als Einwechselspieler für die letzten zehn bis zwanzig Minuten ins Spiel, während der damalige Coach Marco Rose (48) ihn in 18 von 44 Pflichtspielen nicht berücksichtigte. Konkurrenten wie Xaver Schlager (28), Kevin Kampl (35) und Amadou Haidara (27) hatten den Vorzug erhalten. Doch in seiner zweiten Saison schaffte Seiwald, der sich selbst als "eher im Hintergrund agierend" beschreibt, den Sprung in die erste Elf und ist auch in der aktuellen Spielzeit eine feste Größe.
Der Grund dafür liegt auf der Hand: „Ich habe Schritt für Schritt dazugelernt und mich an das Tempo angepasst, das am Anfang ein Thema war, weil alles schneller und intensiver im Zweikampf war als in Österreich“, erklärt der 24-Jährige. „Ich habe Muskelmasse aufgebaut, bin zweikampfstärker geworden und reagiere schneller“, fasst er seine Entwicklung zusammen.
Beim Training am Samstag mussten neben Péter Gulácsi (35, Knieprobleme) auch Romulo (23) abbrechen, nachdem dieser von Kosta Nedeljkovic (19) unabsichtlich einen Tritt gegen den Knöchel erhalten hatte.
„Das war ein Trainingsunfall und sollte natürlich nicht allzu häufig passieren“, erläutert Seiwald, der jedoch keine böse Absicht dahinter vermutet. „Wir wollen im Training den Wettbewerb simulieren und gehen deshalb auch mit vollem Einsatz zur Sache.“
Im Wettkampf – sowohl in der Bundesliga als auch im DFB-Pokal – streben Seiwald und seine Mitspieler an, über die gesamten 90 Minuten „sowohl im Spiel mit als auch gegen den Ball noch präsenter zu sein“, um die Teilnahme an der Champions League zu sichern und in der kommenden Saison international erneut anzugreifen.
„Nici“ hofft, auch weiterhin eine wichtige Rolle in Werners Plan zu spielen. Obwohl sein Vertrag noch zweieinhalb Jahre läuft, denkt er bereits über die Zukunft nach: „Wenn es so weiterläuft wie bisher, kann ich mir eine Verlängerung des Vertrags gut vorstellen.“
Da es für Seiwald immer das Ziel ist, „den nächsten Schritt zu machen“, könnte es ihn eines Tages auch in die finanz- und prestigeträchtige englische Premier League ziehen. Dort warten mit Old Trafford von Manchester United und Anfield von Liverpool zwei Stadien, in denen er möglichst bald spielen möchte.
Am Dienstag erscheint der zweite Teil des Interviews.