Keine Überraschung: Bayer Leverkusen chancenlos in London und scheidet aus
Von Stefan Tabeling
London – Der Traum von Bayer Leverkusen, erstmals seit 24 Jahren wieder ins Viertelfinale der Champions League einzuziehen, ist geplatzt. Trotz einer herausragenden Leistung von Torwart Janis Blaswich unterlagen die Leverkusener mit 0:2 (0:1) im Achtelfinal-Rückspiel beim Premier-League-Spitzenreiter FC Arsenal. Damit bleibt aus deutscher Sicht nur noch der FC Bayern in diesem Wettbewerb vertreten.
Nach dem 1:1 im Hinspiel sicherte sich der klare Favorit, der in der Gruppenphase alle acht Partien gewann, durch Treffer des 70-Millionen-Euro-Neuzugangs Eberechi Eze (36.) und Declan Rice (63.) den Einzug ins Viertelfinale.
Im nächsten Duell treffen die Londoner auf Sporting Lissabon. Bayer hingegen muss weiter auf sein erstes Viertelfinale seit 2002 warten, als damals Michael Ballack und seine Mannschaft sogar bis ins Finale vordrangen.
Nach dem eher schwachen Auftritt in der BayArena vor einigen Wochen, bei dem Ex-Leverkusener Kai Havertz durch einen späten Elfmeter den Ausgleich erzielte, zeigten sich die Engländer diesmal deutlich dominanter. Arsenal drängte Leverkusen bis an den eigenen Strafraum zurück und nutzte insbesondere ihre Stärke bei Standardsituationen, um immer wieder gefährlich vor das Tor zu kommen. Zudem verloren die Leverkusener zu schnell den Ball, wodurch kaum Entlastung zustande kam.
Der deutsche Nationalspieler Havertz musste zunächst von der Bank aus zusehen. Nach längerer Verletzungspause erhält der Offensivspieler bislang nur kurze Einsatzzeiten. So kam er auch am Dienstag erst in der 69. Minute gegen seinen ehemaligen Club aufs Feld und feierte damit seinen 100. Auftritt im Arsenal-Trikot.
Blaswich zeigte erstmals bei einem Schuss von Leandro Trossard (16.) seine Klasse, den er ebenso wie einen Freistoß von Rice (23.) und eine vielversprechende Aktion von Bukayo Saka (27.) parierte. Die Chancenqualität der Gastgeber nahm jedoch zu.
Mit einem starken Reflex wehrte Blaswich einen weiteren Trossard-Versuch ab (29.), kurz darauf reagierte er zwei Mal hintereinander glänzend bei einer hektischen Situation im Bayer-Strafraum (32.).
Dennoch musste er kurz darauf den Gegentreffer hinnehmen: Einen kraftvollen Schuss von Eze, den Arsenal im Sommer von Crystal Palace verpflichtete, konnte der 34-Jährige nicht mehr halten. Dabei ist Blaswich eigentlich nur der Ersatzmann für den derzeit verletzten Stammtorhüter Mark Flekken.
Leverkusen war gefordert, um das Weiterkommen in London noch zu ermöglichen. Im zweiten Durchgang zeigte die Mannschaft mehr Mut, doch die nötige Durchschlagskraft blieb aus. Die Gastgeber nutzten ihre Chancen besser: Als Bayer hinten den Ball nicht konsequent klärte, staubte Rice mit einem präzisen Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:0 ab.
Trainer Kasper Hjulmand reagierte und brachte mit Stürmer Patrik Schick seine letzte Offensivoption – jedoch ohne Erfolg. Stattdessen gelang Arsenal erneut ein Treffer, der jedoch wegen eines Handspiels von Havertz nicht anerkannt wurde.