Schick zeigt seine Klasse und beendet RB Leipzigs frühen Traum von der Champions League
Leverkusen – Am Samstagabend setzte sich Bayer Leverkusen im Bundesliga-Topspiel gegen RB Leipzig deutlich mit 4:1 (2:0) durch. Vor allem in der ersten Halbzeit dominierte die Werkself das Geschehen und ließ den Gästen aus Sachsen keine Chance, ihr zuletzt gezeigtes Selbstvertrauen auf den Platz zu bringen. Den herausragenden Auftritt lieferte Patrik Schick ab, der gegen seinen ehemaligen Verein einen Dreierpack erzielte. Die Frage, ob Leipzig in der kommenden Saison in der Champions League mitmischen wird, bleibt somit offen.
Nach dem 3:3-Unentschieden zwischen der TSG Hoffenheim und dem VfB Stuttgart am Samstagnachmittag schien festzustehen, dass Leipzig mit einem Sieg in Leverkusen die Rückkehr ins internationale Geschäft sicher hätte. Für Bayer war das Remis ebenfalls bedeutsam, da ein Erfolg gegen die Roten Bullen den Sprung auf den vierten Tabellenplatz ermöglicht hätte.
Beide Mannschaften starteten hochmotiviert in die Partie, doch die Gastgeber erwischten den besseren Beginn. Sie agierten griffiger und setzten Leipzig bereits früh im eigenen Strafraum unter Druck.
Die erste echte Torchance ging allerdings auf das Konto der Gäste: Romulo zog aus 17 Metern ab, doch Mittelfeldspieler Aleix Garcia klärte den Ball gerade noch auf der Linie (17.).
Während die Leipziger ihre Möglichkeiten nicht nutzen konnten, schlug Leverkusen eiskalt zu. Nach einem schnellen Ball vom Balljungen an Torhüter Mark Flekken startete Ibrahim Maza einen Dribbling durch mehrere Verteidiger, ehe das Spielgerät über Umwege zu Schick gelangte, der aus halblinker Position unten links zum 1:0 traf (25.).
Nur wenige Minuten später verhinderte El Chadaille Bitshiabu mit einer artistischen Rettung auf der Linie den zweiten Treffer, nachdem Maarten Vandevoordt bereits geschlagen war – Leipzig zeigte in dieser Phase deutliche Schwächen. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit fanden die Sachsen besser ins Spiel zurück und kamen durch Max Finkgräfe zu mehreren Abschlüssen (39., 41.), die jedoch nicht zum Ausgleich reichten.
Als es nach einer knappen 1:0-Führung zur Halbzeitpause aussah, erhöhte Bayer kurz vor dem Pausenpfiff noch einmal. Eine Flanke in den Strafraum der Leipziger führte dank einer Abseitsaufhebung durch Nicolas Seiwald dazu, dass Nathan Tella frei vor Vandevoordt auftauchte und volley zum 2:0 traf (45.).
Nach dem Seitenwechsel starteten die Sachsen konzentrierter und mit mehr Druck als in den ersten 45 Minuten. Dennoch war Bayer dem 3:0 zunächst näher: Schick scheiterte nach 53 Minuten mit einem Schuss aus kurzer Distanz am Leipziger Schlussmann.
Danach nahm das Spiel an Tempo ab. RB fehlte an diesem Abend der letzte Punch, insbesondere über die Außenbahnen lief wenig zusammen. Das große Talent Yan Diomande konnte nur selten Akzente setzen.
Die Begegnung plätscherte vor sich hin, ohne dass die Gäste wirklich gefährlich wurden. Zwar spielten die Leipziger nicht schlecht, doch es mangelte an der nötigen Durchschlagskraft.
Auf der anderen Seite vergab Schick in der 74. Minute eine große Möglichkeit, als er frei vor dem Tor knapp links am Pfosten vorbeispitzelte – die gefährlichste Szene der Partie seit längerer Zeit.
Nur zwei Minuten später machte der Tscheche dann mit einem platzierten Schuss ins linke untere Eck das 3:0 perfekt und entschied das Spiel endgültig. Leipzig konnte durch einen Kopfballtreffer von Christoph Baumgartner nur noch auf 1:3 verkürzen (80.), doch mehr war für die Gäste nicht drin. Kurz vor Spielende setzte Schick mit dem 4:1 den Schlusspunkt.
32. Spieltag
Bayer Leverkusen - RB Leipzig 4:1 (2:0)
Bayer Leverkusen: Flekken – Quansah, Andrich, Tapsoba – Culbreath (77. Arthur), Palacios, García (85. Fernandez), Grimaldo – Maza (85. M. Tillman), Tella (77. Poku) – Schick (90.+3 Kofane)
RB Leipzig: Vandevoordt – Baku, W. Orban, Bitshiabu (46. Lukeba), Finkgräfe (84. Henrichs) – Seiwald (65. Ouédraogo) – Baumgartner, Schlager – Diomande, Romulo (65. Harder), Nusa (46. Gruda)
Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Schick (25.), 2:0 Tella (45.), 3:0 Schick (76.), 3:1 Baumgartner (80.), 4:1 Schick (89.)
Gelbe Karten: M. Tillman (3) / Finkgräfe (2), Schlager (6)
Bundesliga-Tabelle
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Spitzenreiter am Ende der Saison wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Rang 16) muss in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.