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Fanhilfe Magdeburg übt scharfe Kritik an Polizei nach Gewaltausbruch: „Wir widersprechen entschieden ...“

Magdeburg – Etwa eine Woche nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen mit mehr als 70 verletzten Polizisten beim Zweitligaspiel des 1. FC Magdeburg gegen Dynamo Dresden hat die Fanhilfe Magdeburg ihre Haltung dazu deutlich gemacht und die Taktik der Polizei infrage gestellt.

Die Fanhilfe bezeichnete die Eskalation in der Avnet Arena als eine bisher unerreichte negative Entwicklung, die sich keinesfalls wiederholen dürfe: „Jede Verletzung ist eine zu viel.“

Man wolle zwar kein unangemessenes Verhalten entschuldigen oder kleinreden, warnte jedoch vor „pauschalen Verurteilungen und einseitigen Darstellungen des Sachverhalts“.

Stattdessen übte der eingetragene Verein deutliche Kritik an dem Vorgehen der Einsatzkräfte.

„Wir lehnen die Behauptung ausdrücklich ab, Fans hätten gezielt einen Angriff auf Polizeibeamte geplant“, erklärte der Verein. Diese Darstellung sei weder nachvollziehbar noch haltbar, insbesondere da sich in dem fraglichen Bereich ausschließlich vereinsinterne Ordner befanden.

Nach Einschätzung der Fanhilfe habe das Verhalten der Polizei die Situation verschärft, da den Fans keine Fluchtmöglichkeit geboten wurde und auch unbeteiligte Personen durch den großflächigen Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken verletzt worden seien: „Es kam vermehrt zu Solidaritätsbekundungen, in deren Folge schließlich auch Gegenstände aus der Menge in Richtung der Einsatzkräfte geworfen wurden.“

Der Verein wirft den Beamten vor: „Die mehrfachen, wiederholten Einsätze und das insgesamt unkoordinierte Vorgehen konnten unserer Meinung nach nicht zur Deeskalation beitragen. Vielmehr entstanden Panik und eine zunehmend unübersichtliche Lage. Mit einem anderen Vorgehen hätten viele Verletzungen – auch bei der Polizei – vermutlich vermieden werden können.“

Schätzungen zufolge wurden über 100 Zuschauer im Stadion verletzt.

Angesichts der weit verbreiteten Forderungen nach Geisterspielen betonten die Magdeburger, dass es für den anhaltenden Konflikt zwischen Fans und Polizei weniger Aktionismus, sondern vielmehr nachhaltige Lösungsansätze brauche: Das Ziel müsse sein, vergleichbare Eskalationen in Zukunft zu verhindern.

Die Ausschreitungen ereigneten sich rund um die Halbzeitpause des Zweitliga-Derbys und führten zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Polizei. Dabei wurden Beamte unter anderem mit Gullydeckeln und Steinplatten attackiert.

In drei Fällen wird nun wegen versuchten Mordes ermittelt, ein erster Tatverdächtiger befindet sich bereits in Untersuchungshaft.

2. Bundesliga Tabelle

Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Derjenige, der am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Meister der zweiten Liga und steigt in die 1. Bundesliga auf. Gleiches gilt für den zweiten Platz. Der Drittplatzierte bestreitet ein Relegationsspiel gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.