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Aue-Ärger über Wembley-Tor: „Habe gefragt, ob er alt genug ist, um ein Drittliga-Spiel zu leiten“

Mannheim – Unglaublich, was Erzgebirge Aue in dieser Saison alles erlebt! Die Veilchen unterlagen beim Auswärtsduell gegen Waldhof Mannheim mit 1:2 (1:0), nachdem Terrence Boyd in der 90. Minute ein sogenanntes Wembley-Tor erzielte. Dadurch rutschte Aue auf den drittletzten Tabellenrang ab.

Niklas Hoffmann spielte einen langen, öffnenden Pass auf Boyd, der sich rechts vor dem Strafraum befand. Der Stürmer nahm den Ball mit der Brust an, setzte sich gegen Moritz Seiffert durch und schoss den Ball aus spitzem Winkel an die Unterkante der Latte. Von dort sprang der Ball zwar teilweise, aber eben nicht vollständig über die Torlinie. Schiedsrichter Timon Schulz entschied dennoch auf Tor – das umstrittene Wembley-Tor.

„Aus 80 Metern Entfernung sehe ich ganz klar, dass der Ball nicht hinter der Linie war! Ich bin absolut fassungslos. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis“, erklärte ein enttäuschter Aue-Trainer Christoph Dabrowski bei MagentaSport.

„Ich muss mir diesen Mist nicht weiter anschauen! [...] Der Schiedsrichter sollte sich die Szene nochmal genau ansehen und sich bewusst machen, worum es hier geht. Ich habe ihn gefragt, wie alt er ist und ob er überhaupt befugt ist, ein Drittliga-Spiel zu leiten. Ich muss aufpassen, dass ich nicht respektlos werde.“

Der 47-Jährige ärgerte sich zudem darüber, dass seine Mannschaft aus der starken Leistung in der ersten Halbzeit nicht noch mehr hätte herausholen können.

„Ich bin extrem frustriert. Marcel Bär hatte allein in der 19., 20. und 23. Minute drei richtig gute Chancen. Kurz vor der Pause erzielte Marvin Stefaniak (44.) dann endlich die längst überfällige Führung.“

Dabrowski ergänzte: „Besser kann man ein Auswärtsspiel kaum angehen! Wir müssen aus unseren drei bis vier Chancen einfach mehr machen.“

Im zweiten Durchgang unterlief seiner Mannschaft jedoch ein Fehler im Zweikampf durch Eric Uhlmann, den Diego Michel ausnutzte und auf den kurz zuvor eingewechselten Lovis Bierschenk (50.) zum Ausgleich ablegte.

„Wir kassieren das 1:1 zu früh, weil wir hinten zu unsicher agieren und es nicht schaffen, den Ball zu klären“, zog Dabrowski sein Fazit.