Platzsturm, Spielunterbrechung und späterer Nackenschlag: Aue erlebt Desaster-Derby
Erzgebirge Aue durchlebt ein dramatisches Ost-Derby! Trotz einer frühen Führung unterlagen die Veilchen gegen Energie Cottbus mit 1:2 (1:1) und befinden sich nun bereits vier Punkte hinter dem rettenden Nichtabstiegsplatz. Zusätzlich wurde die Begegnung von einem Platzsturm zahlreicher Aue-Anhänger überschattet, nachdem diese im Gästeblock durch ein zweiteiliges Spruchband provoziert worden waren.
Die Energie-Fans hatten zuvor mit dem Schriftzug „Cottbus grüßt alle fahnenlosen Schachter auf der Suche nach ihrer Identität“ provoziert – eine Anspielung auf den bisher ungeklärten Diebstahl der Zaunfahnen der aktiven Auer-Fanszene.
Daraufhin kam es zunächst zu verbalen Auseinandersetzungen und kurz darauf stürmten mehrere Dutzend Aue-Hooligans die Absperrungen und liefen auf das Spielfeld, was eine mehrminütige Unterbrechung des Spiels zur Folge hatte. Währenddessen versuchten Kapitän Martin Männel und Marvin Stefaniak, die Gemüter der eigenen Fans zu beruhigen.
Erst um 17:55 Uhr konnte das Spiel wieder aufgenommen werden, auch wenn der Spielfluss durch die Vorfälle gestört war. Für Aue war der Beginn eigentlich vielversprechend – und wie schön war doch die Führung herausgespielt!
Ryan Malone, der nach seiner Sperre erstmals unter Trainer Christoph Dabrowski wieder in der Viererkette stand, leitete das Spiel mit einem Pass auf Jamilu Collins auf der linken Seite ein. Collins trieb den Ball nach vorne und bezog Julian Guttau mit ein. Nach dessen Weiterleitung zu Pascal Fallmann entstand ein hervorragendes One-Touch-Spiel.
Fallmann spielte auf Jannic Ehlers, dessen Ablage fand Mika Clausen, der wiederum den Ball in den Lauf von Marcel Bär (5.) passte. Bär legte den Ball elegant am gegnerischen Torwart Manu mit dem rechten Fuß vorbei auf den linken Fuß und versenkte den Ball im linken oberen Eck.
Man hoffte, dass diese frühe Führung der Mannschaft Sicherheit verleihen würde. Doch die Freude währte nicht lange. Nach einem Ballverlust von Stefaniak im Angriffsdrittel übernahm Energie die Kontrolle.
Tolcay Cigerci brachte eine Ecke in den Strafraum, die nicht konsequent geklärt wurde. Lukas Michelbrink nahm den zweiten Ball scharf an, was in der Auer Abwehr für Verwirrung sorgte. Drei Spieler standen sich gegenseitig im Weg, sodass niemand bei Manu war, der zum Ausgleich traf (12.).
Wie bereits in den beiden vorherigen Spielen unter dem neuen Trainer Dabrowski gelang es Aue erneut nicht, die positive Anfangsphase in anhaltende Dominanz umzuwandeln.
Nach etwa 20 Minuten übernahm Energie klar das Kommando und drängte die Gastgeber immer weiter in die Defensive, während Aue nur selten gefährliche Gegenstöße setzen konnte.
Besonders gefährlich wurden die Konter nach schnell ausgeführten Cigerci-Ecken – und davon gab es in der ersten Halbzeit eine Vielzahl. Zur Pause lag das Eckverhältnis aus Auer Sicht deutlich bei 2:8.
Welche taktischen Anweisungen Trainer Dabrowski auch in der Halbzeitpause gab, sie zeigten Wirkung: Die Veilchen kamen druckvoller aus der Kabine, bis einige unverbesserliche Chaoten erneut für eine abrupte Unterbrechung sorgten. Doch die Situation verschärfte sich noch.
Tolcay Cigerci schlug einen Freistoß auf seinen eingewechselten Bruder Tolga, der quer auf Axel Borgmann legte – 1:2. Ein weiterer herber Rückschlag im Abstiegskampf!
Tabelle der 3. Liga
Die Platzierungen in der 3. Liga haben folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Ende der Saison wird Meister der Drittklassigkeit und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte sichert sich den direkten Aufstieg. Der Drittplatzierte muss in die Relegation gegen den Drittletzten der 2. Liga gehen, um den Verbleib oder Aufstieg zu klären.