zurück

Hertha zunächst Spielverderber, später völlig überfordert: Arminia sichert sich mit 6-Tore-Spektakel den Klassenerhalt

Berlin – Während Bielefeld ausgelassen feiert, muss Hertha eine herbe Niederlage hinnehmen. Zum Saisonfinale kassierte Hertha BSC eine deutliche Klatsche. Mit einem klaren 6:1 (0:1) sicherte sich Arminia Bielefeld den Verbleib in der Liga. In Berlin ist man derweil erleichtert, dass die Spielzeit nun vorbei ist.

Hertha hatte den Aufstieg im Visier, am Ende belegt man jedoch nur Platz sieben. Wieder einmal eine enttäuschende Saison mit einer ungewissen Zukunft. Noch völlig offen ist, mit welcher Mannschaft die Berliner in ihre mittlerweile vierte Zweitligasaison gehen werden.

In Bielefeld war die „Alte Dame“ zwar bemüht, dagegenzuhalten, doch für die Arminia ging es um alles. Anfangs sah es so aus, als würde der Fußball einmal mehr seine Härte zeigen.

Kaum noch die große Chance zur Führung, da drohte plötzlich der Absturz in die 3. Liga. Beim Abstiegsendspiel der Arminia lief zunächst alles nach Plan, das Team setzte Hertha immer stärker unter Druck und erspielte sich eine Vielzahl an Möglichkeiten – die beste vergab Wöhrl, doch Tjark Ernst blieb Sieger.

Wie so oft im Fußball schlug die Mannschaft aus der Hauptstadt kurze Zeit später zurück. Linus Gechter köpfte zur Führung ein (37.).

Die Dramatik war kaum zu überbieten, denn mit diesem Ergebnis wäre Arminia direkt abgestiegen. Doch es fehlte nur ein einziger Treffer zur Rettung – ein Fakt, den die Arminia Profis bestens kannten. Fabian Reese musste diesmal auf der Linie retten.

Dann aber kam das Highlight: Mit einem traumhaften Treffer stellte Joel Grodowski das Abstiegsszenario komplett auf den Kopf (49.). Plötzlich war Arminia dank des besseren Torverhältnisses wieder direkt gerettet und der Klassenerhalt in greifbarer Nähe.

Doch die Arminia wollte noch mehr. Grodowski öffnete mit seinem zweiten Treffer (59.) die Tür zur Rettung weit. Spätestens mit dem 3:1 durch Monju Momuluh (65.) war die Alm in Feierlaune.

Stefano Russo (74.), Semir Telalovic und Roberts Uldrikis in der Nachspielzeit machten die Niederlage der Berliner schließlich perfekt. In nur einer Halbzeit fing sich Hertha sechs Tore ein.

Doppelt bitter für die Berliner, die bereits mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft antraten – zwei kurzfristige Ausfälle kamen noch hinzu: Mit Janne Berner gab es einen weiteren verletzten Spieler. Auch das zuvor ausgegebene „große Saisonziel“ Platz sechs wurde letztlich verpasst. Da Kaiserslautern in Magdeburg gewann, rutschten die Berliner noch auf den siebten Rang ab.

Einziger Lichtblick an diesem Nachmittag: Soufian Gouram und Niklas Hildebrandt feierten ihr Debüt im Profifußball.

Spielstatistik Arminia Bielefeld gegen Hertha BSC

Arminia Bielefeld – Hertha BSC 6:1 (0:1)

Arminia Bielefeld: Kersken – Lannert (80. Hagmann), M. Bauer, Großer, Sicker – Russo (86. Uldrikis) – Corboz, Schreck – Momuluh (79. Sarenren-Bazee), Grodowski (72. Telalovic), Wörl (80. Rochelt)
Hertha BSC: T. Ernst – Eitschberger, Gechter, Kolbe, Berner (62. K. Sessa) – Eichhorn (83. Gouram), Klemens (88. Leistner) – Cuisance, Seguin (62. Demme), Reese – Grönning (83. Hildebrandt)

Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (Hamburg)

Zuschauerzahl: 26.750 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Gechter (37.), 1:1 Grodowski (49.), 2:1 Grodowski (59.), 3:1 Momuluh (65.), 4:1 Russo (74.), 5:1 Telalovic (90.+2), 6:1 Uldrikis (90.+6)

Gelbe Karten: Grodowski (5), M. Bauer (4), Telalovic (3) / keine bei Hertha

Tabelle der 2. Bundesliga

Die Bedeutung der 2. Bundesliga Tabelle ist wie folgt: Der Tabellenführer nach Saisonende ist Meister der 2. Liga und steigt direkt in die Bundesliga auf. Dies gilt auch für den zweiten Platz. Der Drittplatzierte bestreitet hingegen eine Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg bzw. Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.