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St.-Pauli-Coach übt scharfe Kritik an seiner Mannschaft: „Geschenke, die wir selbst verteilen“

Hamburg – Diese Pleite sitzt tief! Am Freitagabend erlitt der FC St. Pauli eine völlig unnötige 0:2-Niederlage (0:1) bei Borussia Mönchengladbach. Besonders bei den Gegentoren präsentierten sich die Kiezkicker alles andere als souverän.

Nach dem Schlusspfiff lief Alexander Blessin (52) eher niedergeschlagen über das Spielfeld im Borussia-Park, denn der Trainer von St. Pauli ärgerte sich sehr über die vermeidbare Pleite. „Das waren zwei Geschenke, die wir verteilt haben“, erklärte er im Gespräch mit Sky.

Beim ersten Gegentor kritisierte er vor allem die Entstehung. Eric Smith (29) übersah den an seinem Rücken herankommenden Yannik Engelhardt (25) und brachte den Gladbacher Spieler zu Fall.

„Wir wollten das Spiel gestalten und nicht nur reagieren. Ob er ihn sieht oder nicht, ist mir egal“, stellte Blessin klar. „Er muss seinen Körper besser einsetzen, wir müssen mental einfach wacher sein.“

Den daraus resultierenden Freistoß verwandelte Kevin Stöger (32) mit einem sensationellen Schuss in den Winkel (37. Minute). „Ein traumhafter Freistoß, wie er den da reinzieht. Das passte perfekt“, lobte der 52-Jährige.

Das 0:1 fiel zu einem Zeitpunkt, an dem St. Pauli nach anfänglichen Schwierigkeiten eigentlich besser ins Spiel gefunden hatte und kurz vorher durch Joel Chima Fujita (24) sogar eine Großchance zur Führung hatte. Doch der Japaner brachte den Ball nicht mehr mit genügend Wucht aufs Tor, sodass Gladbachs Torwart Moritz Nicolas (28) parieren konnte (27.).

Nach dem Rückstand zur Halbzeit hatte St. Pauli deutlich mehr Spielanteile, auch weil sich die Gladbacher immer weiter zurückzogen. In einer solchen Situation nutzte die Borussia ihre Chance eiskalt aus. „Auch das zweite Tor schenken wir her“, zeigte sich Blessin erneut enttäuscht.

Lars Ritzka (27) war zunächst im Mittelfeld an seinem Gegenspieler dran, zog dann jedoch zurück. Daraufhin verfolgte Hauke Wahl (31) Joe Scally (23) nur halbherzig und Tomoya Ando (27) schaltete sich zu früh aus, sodass Franck Honorat (29) zum 2:0 einschießen konnte.

„Solche Gegentore lassen sich vermeiden. Zudem war unser gesamtes Spiel einfach nicht gut“, räumte Blessin ein. „Ein 0:0 wäre hier möglich gewesen, dann wäre alles in Ordnung gewesen.“

Doch genau das trat nicht ein. Durch den Sieg im direkten Duell hat sich Gladbach nun auf vier Punkte abgesetzt. „Das ist natürlich frustrierend. Wie schon in den vergangenen Wochen brauchen wir 100 Prozent Einsatz. Heute waren wir in einigen Situationen einfach nicht bereit“, kritisierte der FCSP-Coach.

Für ihn und seine Mannschaft gilt es jetzt, die Niederlage abzuschütteln und am nächsten Spieltag gegen Freiburg im heimischen Millerntor-Stadion eine deutlich bessere Leistung zu zeigen – dann könnten auch die Punkte wieder auf das Konto wandern.

Die Tabelle der 1. Bundesliga

Die Bundesliga-Tabelle hat folgenden Stellenwert: Der Tabellenführer am Ende der Saison wird Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Position 16) muss in der Relegation um den Verbleib in der Liga kämpfen. Dabei trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.