Riera wohl bald wieder weg: Darum fiel die Entscheidung ausgerechnet auf den Spanier
Frankfurt am Main – Bei Eintracht Frankfurt läuft derzeit kaum etwas nach Plan, und die Leistungen auf dem Spielfeld könnten aufgrund der drohenden Nicht-Qualifikation für den internationalen Wettbewerb ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Trotzdem sitzt Albert Riera (44) weiterhin auf der Trainerbank.
Warum der Spanier trotz der Niederlage gegen den HSV am vergangenen Wochenende, schwacher Auftritte und kontroverser Aussagen bei der Pressekonferenz am Freitagabend gegen Borussia Dortmund im Amt bleibt, hat der Sportvorstand der SGE, Markus Krösche (45), im Interview mit der „Bild“-Zeitung erläutert.
„Wir wollen diesen Weg gemeinsam beschreiten. Unser Ziel ist es, die letzten beiden Partien erfolgreich zu gestalten, und der Fokus muss nun ganz auf Dortmund liegen“, erklärte Krösche am Dienstag im Rahmen der „Online Marketing Rockstars“-Konferenz in Hamburg auf der Bühne gegenüber der Zeitung.
Dabei gehe es vor allem darum, „zusammen aus der schwierigen Lage herauszukommen“, so Krösche weiter.
Vor den abschließenden Begegnungen in der Bundesliga – beim BVB sowie am 34. Spieltag gegen den VfB Stuttgart (16. Mai) – forderte er daher von allen Vereinsmitgliedern maximale Einsatzbereitschaft. Das verbleibende Programm ist anspruchsvoll, dennoch sind dringend Punkte für die Europa-Plätze notwendig.
Diese sollen unter der Leitung von Riera eingefahren werden, für den seit Beginn seiner Tätigkeit im Januar lediglich vier Siege zu Buche stehen.
Auch weshalb ausgerechnet der 44-Jährige, für viele überraschend, trotz fehlender Erfahrung in der Bundesliga als Nachfolger von Dino Toppmöller (45) gewählt wurde, erklärte Krösche im Interview.
„Es war wichtig, einen Kontrapunkt zu setzen, einen Kontrast zu schaffen und neue Impulse zu geben“, betonte er und hob die „sehr starke Persönlichkeit“ von Riera hervor. „Er hat klare Ansichten und teilt diese auch offen mit. Jeder hat seinen eigenen Stil, und er hat eben den seinen.“
Gerade dieser „Stil“, die zusätzliche Unruhe zur ungünstigen Zeit, die durch das öffentliche Auftreten des Trainers in der heißen Phase der Saison innerhalb und außerhalb des Klubs entsteht, sowie der rapide Verlust des Rückhalts in der Mannschaft könnten Eintracht auf allen Ebenen schaden.
Das dürfte auch Krösche bewusst sein, der angesichts der Tabelle und des achten Platzes der Hessen offen zugab: „Wir liegen mit den erzielten Punkten hinter unseren Erwartungen.“ Außerdem sei man mit der Art und Weise, wie Fußball gespielt werde, „nicht zufrieden“.
Spätestens nach Saisonende wird eine Bilanz gezogen – und die Zeit von Riera in Frankfurt wird aller Voraussicht nach vorzeitig enden.
1. Bundesliga Tabelle
Die Bundesliga-Tabelle hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende ist Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Position 16) muss in die Relegation, um den Verbleib in der Liga zu sichern. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.