Unruhe bei 1860 München: Investor stellt Finanzierungszufluss ein, Spieler und Mitarbeiter erhalten keine Gehälter
München – Die Turbulenzen bei 1860 München gehen weiter: Der traditionsreiche Klub steht vor dem drohenden Abstieg in die Regionalliga, da erneut finanzielle Mittel fehlen und die Lizenz für die 3. Liga ernsthaft gefährdet ist. Nun hat sich Investor Hasan Ismaik (48) persönlich zu Wort gemeldet und bestätigt, dass er sein Darlehen gekündigt hat.
„Wie ihr sicherlich aus den Medien erfahren habt, habe ich die bestehenden Darlehensverträge beendet, da wichtige Vereinbarungen darin nicht eingehalten wurden“, schrieb er am Mittwochabend auf Instagram.
Diese Entscheidung wirkte sich unmittelbar auf den laufenden Betrieb bei den Sechzigern aus. Geschäftsführer Manfred Paula (61) erklärte der Süddeutschen Zeitung, dass der Verein momentan weder die Spieler noch die Mitarbeiter bezahlen könne. „Wir betrachten die Kündigung als unwirksam. Aufgrund der Kündigung und der geforderten Summen können wir keine gesicherte Finanzierung mehr gewährleisten und haben vorsorglich eine Notgeschäftsführung eingerichtet.“
Die Zeit drängt sowohl finanziell als auch sportlich: Bis zum 3. Juni muss 1860 München dem DFB eine Summe von 2,7 Millionen Euro zur Finanzierung der 3. Liga nachweisen. Gelingt dies nicht, droht der Abstieg in die Regionalliga Bayern.
Ismaik teilte mit, dem Verein ein neues Finanzierungsangebot unterbreitet zu haben. „Wir haben ein neues Modell präsentiert, das bessere Konditionen als zuvor bietet – zinsfrei und mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung, die den Klub schützen und den Verbleib in der dritten Liga sichern soll. Diese Hilfe ist jedoch an Transparenz und finanzielle Disziplin gebunden, um sicherzustellen, dass die Gelder ordnungsgemäß verwendet werden“, erklärte der Investor.
Nach Informationen der Bild fordert Ismaik die Einsetzung eines Finanzexperten, strikte Einhaltung des Budgets sowie regelmäßige Berichte.
Diese Vorgaben seien zuletzt offenbar nicht erfüllt worden, weshalb sich der Investor zu diesem Schritt gezwungen sah. „Der Verein benötigt mehr als nur eine neue Finanzierung. Es braucht eine umfassende Restrukturierung, ein klares Finanzkontrollsystem, Compliance und ein Management, das nach modernen institutionellen Standards arbeitet – so wie es bei erfolgreichen Vereinen und Unternehmen üblich ist.“
In den vergangenen 15 Jahren habe er fast 80 Millionen Euro in den Klub investiert, doch „die erzielten Ergebnisse entsprechen nicht unseren Erwartungen“, so Hasan Ismaik weiter.
Das neue Angebot des 48-Jährigen enthält allerdings eine für den Verein offenbar problematische Klausel: Im Falle eines Verkaufs seiner Anteile soll der Klub auf ein Vorkaufsrecht verzichten. Somit könnte 1860 München seine Anteile nicht mehr zum gleichen Preis zurückerwerben. Ismaik will seine Beteiligung schon länger abgeben, bislang blieb die Suche nach einem neuen Investor erfolglos.
Der Investor betont abschließend: „Entscheidend ist nicht, in welcher Spielklasse wir antreten, sondern dass wir einen Verein aufbauen, der stark zurückkehrt und langfristig bestehen kann.“ Dies klingt nicht unbedingt danach, als läge ihm der Verbleib in der 3. Liga besonders am Herzen.