Nach dem Sieg gegen Nürnberg: 1. FC Magdeburg bewahrt Ruhe und bleibt bodenständig
Von Malte Zander
Magdeburg – Nach 17 Minuten Nachspielzeit brachen beim 1. FC Magdeburg die Spieler erleichtert in Jubel aus. Gleichzeitig war die mentale Erschöpfung deutlich spürbar. Die vergangenen Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. Der 3:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg war daher eine eher seltene positive Erfahrung.
„Fußball ist manchmal schwer zu erklären – und gerade das macht ihn so faszinierend“, erklärte FCM-Coach Petrik Sander (65). Trotz der Niederlage bleibt das Team aus der Elbestadt Tabellenletzter, hält aber weiterhin Kontakt zu den Plätzen, die den Abstieg verhindern.
Wie schon in den letzten Spielen zeigte sich auch gegen die Franken der FCM als die dominierende Mannschaft, erspielte sich die besseren Torchancen und ließ über lange Phasen kaum Gefahren durch die Gäste zu. Der wesentliche Unterschied zu den vorangegangenen drei Begegnungen war, dass Magdeburg diesmal drei der Chancen erfolgreich verwertete und den Sieg souverän und in der Höhe verdient einfuhr.
Aus der guten Offensivleistung stach Mateusz Zukowski (73./90.+6) mit seinem Doppelpack besonders hervor. In nur zwei Partien hat der Pole damit mit den bisher besten Torschützen des FCM gleichgezogen und ebenfalls zwei Treffer erzielt. Maximilian Breunig (90.+10) setzte in der ausgedehnten Nachspielzeit nach seiner Einwechslung den Schlusspunkt.
Ein viertes Tor zum 4:0 wurde wegen Abseits aberkannt – der Freude der Spieler und Fans tat das jedoch keinen Abbruch.
Die Begegnung begann mit einem ungewöhnlichen Fan-Protest: Beide Fangruppen ließen die Tribünen in den ersten zwölf Minuten leer, zudem herrschte für rund 30 Minuten völlige Stille.
„Hier ist es normalerweise wahnsinnig laut; wenn die Ränge dann leer bleiben, wirkt sich das auf die Spieler aus“, bemerkte Philipp Hercher. Mit der Rückkehr der Fans wurde die Leistung des FCM fast sofort besser, und bereits vor der Pause hätte Hercher die Führung erzielen können.
Erst nach einer 13-minütigen Unterbrechung – verursacht durch starken Rauch nach dem Einsatz von Pyrotechnik beider Fanlager kurz nach Wiederanpfiff – fiel das erste Tor. Trotz der großen Freude über den Dreier relativierte Außenbahnspieler Hercher den Erfolg: „Wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen uns schnell erholen, denn das nächste Spiel findet schon am Dienstag statt.“
Im DFB-Pokal gegen RB Leipzig habe man nichts zu verlieren, „wichtig sei, dass wir in der Liga nachlegen und bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich sammeln“, so Hercher.
2. Bundesliga – Tabellenübersicht
Die Tabelle der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Ende der Saison wird Meister und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf. Dasselbe gilt für den Zweitplatzierten. Der Drittplatzierte spielt in einer Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Aufstieg bzw. Klassenerhalt.