Gewaltvorfälle und Fan-Appell: Erster Sponsor des FCM zieht sich zurück
Magdeburg – Die Ermittlungen zu den Krawallen beim Duell zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden dauern weiterhin an. Nun hat sich der erste Sponsoringpartner öffentlich zurückgezogen. Zudem nahm die Polizei im Zuge des Zweitliga-Spitzenspiels am Samstagabend mehrere Personen fest.
Der Sponsor „GeoFly“ äußerte sich auf seiner Facebook-Seite wie folgt: „Worte allein genügen nicht. Es fehlen sichtbare Konsequenzen und eine ernsthafte Aufarbeitung. Als Förderer des Vereins stehen wir auch für dessen Werte. Daher ziehen wir eine klare Grenze: Solange keine Verantwortung übernommen wird, setzen wir unser Engagement aus.“
Das Unternehmen bemängelt das Fehlen einer solchen Aufarbeitung. Der Rückzug sei offenbar auch eine Reaktion auf einen Aufruf der Fanhilfe Magdeburg, der unter der Woche für Empörung sorgte. Im Stadionmagazin „Planet MD“ wurden Fans dazu aufgefordert, Beweismaterial zu vernichten und einen „Frühjahrsputz“ zu veranstalten.
Die Polizei bewertet diesen Aufruf als äußerst kritisch: „Was als Verhaltenshinweise getarnt wird, stellt in Wirklichkeit eine offene Anleitung zur Strafvereitelung und Behinderung polizeilicher Ermittlungen dar“, erklärte Peter Meißner, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter.
Aufgrund dieser Umstände sah sich „GeoFly“ gezwungen, die Zusammenarbeit vorerst auszusetzen und fordert den 1. FC Magdeburg zu mehr Verantwortung auf: „Die bisherige öffentliche Reaktion des Vereins wirkt eher wie Schadensbegrenzung im Kleinen statt entschlossene Führung im Großen.“
Neben den laufenden Untersuchungen teilte die Polizei Gelsenkirchen am Samstagabend per Pressemitteilung mit, dass im Zusammenhang mit dem Spiel zwischen Schalke 04 und dem 1. FC Magdeburg fünf weitere Festnahmen erfolgten.
Die festgenommenen Personen sind zwischen 19 und 58 Jahre alt. Den Berichten zufolge stehen sie im Verdacht, bei den Ausschreitungen gegen Dynamo Dresden eine aktive Rolle gespielt zu haben.
Bei den Krawallen Ende Januar wurden mehr als 70 Menschen verletzt. Gegen einen weiteren Verdächtigen wird wegen versuchten Mordes ermittelt.