Sieben Spiele ohne Sieg: FC-Köln-Trainer Kwasniok reagiert auf harsche Fan-Kritik
Köln – Seit dem beeindruckenden 4:1-Heimsieg gegen den Mitaufsteiger Hamburger SV hat der 1. FC Köln lediglich drei von möglichen 21 Punkten geholt und wartet nun seit sieben Begegnungen auf einen Erfolg. Infolgedessen steht Trainer Lukas Kwasniok (44) bei vielen Fans zunehmend in der Kritik. Jetzt hat er sich dazu geäußert.
Beim jüngsten Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim, das mit einem 2:2 endete, machten die treuen Anhänger des Domstädter „Fahrstuhlklubs“ ihrem Unmut Luft: Auf einem Transparent war in großen Druckbuchstaben „KWASNI YOK“ zu lesen. Das türkische Wort „Yok“ bedeutet auf Deutsch „Nein“.
Diese Botschaft hat auch den Coach erreicht. „Direkt nach dem Spiel nimmt man so etwas erst einmal emotional mit“, gab der 44-Jährige nun auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern München am Mittwochabend (20.30 Uhr) zu. Nach einiger Zeit habe er das Banner dann aber „sachlich bewerten“ können.
Bezüglich der Gerüchte um ein angeblich angespanntes Verhältnis zu seinen Spielern stellte Kwasniok klar, dass diese nicht der Wahrheit entsprechen. Das zeige sich unter anderem an der hohen Einsatzbereitschaft und der Intensität seiner Mannschaft auf dem Spielfeld.
„In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir stets alles gegeben. Auf dem Platz steht immer eine geschlossene Mannschaft. Deshalb wäre ich vorsichtig, wenn man behauptet, die Mannschaft sei unzufrieden“, erklärte der 44-Jährige. Er fügte hinzu: „Die [Profis des FC, Anm. d. Red.] haben das Herz am rechten Fleck, und ich lasse keinesfalls Kritik an ihnen zu. Ich spreche täglich mit ihnen. Das ist ein Top-Team!“
Sportdirektor Thomas Kessler (39) teilt diese Einschätzung. Im Interview mit „sport.de“ zeigte er sich zuvor unterstützend für seinen Cheftrainer: „Er hat von mir die uneingeschränkte Rückendeckung. Kritik und Bewertungen von außen gehören dazu. Aber Lukas kennt das Geschäft lange genug, um solche Situationen richtig einzuschätzen.“ Trotz aller Negativmeldungen bleibe die Situation des Aufsteigers weiterhin stabil.
Die Spekulationen über ein zerstrittenes Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft kamen auf, als sich der FC während eines Trainingslagers in Spanien befand. Dort soll Kwasniok seinen Spielern angeblich verboten haben, einen gemeinsamen Abend zu verbringen.
Dies wies der 44-Jährige entschieden zurück: „Ich bin seit 19 Jahren Trainer und einer, der Teamabende als Pflicht ansieht. Was ich gesagt habe, war: ‚Es wäre gut, wenn ihr nicht um halb drei nachts zurückkommt und jemand mir auf meine Schuhe erbricht.‘“