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DEL2-Skandal? Cheftrainer wegen Bedrohung angezeigt – Klub widerspricht Vorwürfen

Weißwasser/Oberlausitz – Sportlich befinden sich die Kassel Huskies auf Kurs: Nach dem 6:3-Sieg gegen die Lausitzer Füchse am Dienstagabend benötigt der DEL2-Verein nur noch einen weiteren Erfolg, um ins Halbfinale der Play-offs einzuziehen. Allerdings wird der Erfolg von kontroversen Vorfällen überschattet: Gegen den Cheftrainer Todd Woodcroft (53) wurde eine Strafanzeige wegen Bedrohung eingereicht.

Nach Berichten der Lausitzer Rundschau, die sich auf Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach (53) und den Anzeigenerstatter Mario Pinter beruft, ereignete sich bei einem Training der Huskies vor dem vierten Viertelfinalspiel in Weißwasser ein brisanter Zwischenfall.

Demnach habe Woodcroft Pinter, den Betreiber der Stadiongaststätte, aufgefordert, die Halle zu verlassen – offenbar in der Annahme, dieser sei ein Spion der Lausitzer Füchse. Im Anschluss sei es zu einem Streit gekommen, bei dem der Trainer eine Geste machte, die einem „Kopf-ab“-Signal ähnelte, woraufhin Pinter Anzeige wegen Bedrohung erstattete.

Die Polizei in Görlitz bestätigte den Vorfall auf Anfrage bei TAG24.

Polizeisprecherin Anja Leuschner erklärte: „Es gab offenbar eine Bedrohung durch eine Geste, die von einer Gastmannschaft gegenüber einem im Stadion tätigen Dienstleister ausgesendet wurde.“

Der Vorfall soll sich bereits am Vormittag gegen 11 Uhr ereignet haben, die Strafanzeige wurde jedoch erst gegen 23 Uhr, also nach Spielende, erstattet. Die Polizei hat mit den Ermittlungen begonnen; welche genaue Geste gezeigt wurde, ist Teil der laufenden Untersuchungen und daher noch nicht öffentlich.

Die Kassel Huskies bestätigten auf TAG24-Nachfrage zwar die Anzeige gegen ihren Cheftrainer, wiesen jedoch sämtliche Anschuldigungen gegen Woodcroft entschieden zurück.

„Die Vorwürfe sind unbegründet und entsprechen nicht der Wahrheit“, teilte der Klub in einer Stellungnahme mit.

Nach einer internen Überprüfung der behaupteten Vorfälle sei man „fest davon überzeugt, dass die beschriebene Geste in der dargestellten Form nicht stattgefunden hat. Vielmehr handle es sich um eine Fehlinterpretation des Anzeigeerstatters Mario Pinter, der wiederholt aufgefordert wurde, während der Trainingseinheit keine Videoaufnahmen zu machen.“

Darüber hinaus verwies der Verein auf eine „auffällige zeitliche Abfolge“ der Ereignisse: „Der vermeintliche Vorfall ereignete sich am Vormittag, die Anzeige wurde jedoch erst am Abend nach Spielende eingereicht.“

Nach dem Training, also vor Spielbeginn und der Strafanzeige, soll zwischen Woodcroft und Pinter ein persönliches Gespräch am Kabineneingang stattgefunden haben, bei dem aus Sicht des Trainers alle offenen Vorwürfe geklärt wurden. „Daher überrascht die Anzeigeerstattung nach Spielende umso mehr.“

Die Huskies betonten, dass sie für Respekt, Fairness und einen verantwortungsvollen Umgang miteinander stehen: „Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeglicher Form von Gewalt und unsportlichem Verhalten.“

Erstmeldung 15:37 Uhr, aktualisiert um 17:43 Uhr.