Kuriose Strafe und Scheidl trifft viermal: Füchse eliminieren Eispiraten
Crimmitschau – So sollte eine Pre-Playoff-Serie nicht entschieden werden! Louis Brune wurde in der 40. Minute aufgrund einer fragwürdigen Entscheidung der Schiedsrichter vom Eis gestellt. Statt der eigentlich üblichen zwei Minuten gab es für das Stockgerangel eine fünfminütige plus Spieldauer-Strafe. Dies brachte die Eispiraten in eine schwierige Lage, die die Lausitzer Füchse gnadenlos ausnutzten. Angeführt von einem überragenden Lane Scheidl im letzten Drittel drehten die Füchse das zweite Spiel der Pre-Playoffs zu einem klaren 2:6 (1:0, 0:1, 1:5) und ziehen somit in die Playoffs ein, wo sie nun auf Kassel treffen.
Gegen 21:05 Uhr hallte im Sahnpark immer wieder "Schieber, Schieber, Schieber" durchs Stadion. Der Trainer der Eispiraten, Jussi Tuores, eilte zu den Schiedsrichtern, während seine Mannschaft in die zweite Drittelpause verschwand.
Bastian Steingroß, kürzlich zum Schiedsrichter des Jahres gewählt, hatte Brune zu großer Bestürzung aller vom Eis geschickt. Dabei hatten die Unparteiischen in einem intensiven, aber fairen Spiel zuvor eine nachvollziehbar großzügige Linie verfolgt.
So ein Derby darf nicht auf diese Weise entschieden werden! Schon eine Stunde vor Spielbeginn war der Sahnpark bis auf den letzten Platz gefüllt, und mit jedem Moment vor dem Anpfiff strömten weitere Fans herein, bis schließlich alle 4.243 Zuschauer ihre Plätze eingenommen hatten.
Crimmitschau wurde von Beginn an gefordert, da die Füchse mit ihrem aggressiven Forechecking überzeugten und immer wieder gefährlich über die Außen spielten.
Dann zog Clarke Breitkreuz Brune zu Fall, und das erste Powerplay nutzte Corey Mackin und seine Mitspieler sofort aus. Die Fans skandierten begeistert „Piraten, schießt ein Tor“, was Goldhelm Mackin beherzigte und auf den zweiten Pfosten zu Dylan Wruck ablegte, der in der 18. Minute zum 1:0 einschoss.
Im Mitteldrittel zeigte Weißwasser deutlich mehr Druck, die Eispiraten hatten defensiv alle Hände voll zu tun und mussten zudem zweimal jeweils für zwei Minuten in Unterzahl agieren. In dieser Phase erzielte Scheidl (35.) den Ausgleich.
Als die Gastgeber wieder an Fahrt gewannen, folgte die kuriose Strafe. Scheidl (44.) und John Broda (44.) drehten die Begegnung zugunsten der Füchse. Doch die Eispiraten antworteten prompt: Im Powerplay bediente erneut Mackin Wruck (53.) zum 2:3. War da noch etwas drin?
Doch Mackin unterlief ein Fehler bei der Scheibenführung, Weißwasser konterte im Drei-gegen-Zwei und Scheidl (57./59.) sowie Charlie Jahnke (60.) sorgten für den endgültigen Sieg.