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Enttäuschend! Der Sonderzug der Kölner Haie muss umkehren – danach zerlegt das Team die Eislöwen regelrecht

Dresden – Nach dem sensationellen Erfolg in Mannheim war die Hoffnung groß, dass auch gegen die Dresdner Eislöwen eine Überraschung gelingt. Doch am Sonntag kam es anders: Der Spitzenreiter zeigte sich äußerst dominant und fertigte den Tabellenletzten mit 8:1 (4:0, 2:1, 2:0) ab. Dabei bereitete der Sieg den Fans der Rheinländer große Freude, obwohl viele von ihnen einen äußerst bitteren Tag erlebten, den sie so schnell nicht vergessen werden.

Eigentlich hätte in der JOYNEXT Arena ein großes Fest stattfinden sollen, denn 1000 Haie-Anhänger hatten ihre Teilnahme angekündigt – doch 800 von ihnen erreichten Sachsen nicht. Der Sonderzug, der bereits um 5.32 Uhr in Köln-Dellbrück startete, musste um 18 Uhr in Magdeburg umkehren und fuhr zurück.

Auf dem Weg nach Dresden kam es in Niedersachsen zu einem tragischen Vorfall: Ein Suizid auf den Gleisen, bei dem ein vor dem Sonderzug fahrender Regionalexpress involviert war, führte zu einer zweistündigen Streckensperrung. Zusätzlich erschwerten Weichen- und Signalstörungen die Weiterfahrt. Da die Ankunft in Dresden nun erst gegen 19 Uhr möglich gewesen wäre, entschieden die Verantwortlichen bereits um 16 Uhr, den Zug in Magdeburg zurückzuschicken. Die Dresdner Eislöwen hatten zwar bei der DEL eine Verlegung auf 18 Uhr beantragt, doch die Liga gewährte lediglich eine Verschiebung auf 16.45 Uhr. Als kleine Entschädigung gab es für die zurückkehrenden Fans ab Magdeburg Freibier – ein kleines Trostpflaster für diesen unglücklichen Sonntag.

Etwa 200 Anhänger des Tabellenführers hatten Glück und waren individuell angereist, sodass sie gemeinsam mit den restlichen Unterstützern auf der Rückfahrt nach Köln genügend Grund zum Feiern hatten.

Denn nicht ohne Grund hatte der Spitzenreiter vor der Partie 55 Punkte Vorsprung auf das Schlusslicht.

Die Haie präsentierten sich äußerst aggressiv und äußerst effizient vor dem Tor. Bereits nach dem ersten Drittel war das Spiel entschieden, als Köln mit 4:0 führte. Oliwer Kaski (3. Minute) und Maximilian Kammerer (11.) erzielten zwei Treffer in Überzahl zum 0:1 und 0:3, Dominik Bokk gelang ein Traumtor aus spitzem Winkel zum 0:2 (6.), und Juhani Tyrväinen sorgte in Unterzahl noch vor der ersten Pause für das 0:4 (19.).

Torhüter Jussi Olkinuora blieb ab dem zweiten Spielabschnitt bei den Eislöwen auf der Bank, so gab Paul Stocker sein DEL-Debüt, da Janick Schwendener krankheitsbedingt nicht zur Verfügung stand.

„Wir haben uns unnötige Strafen eingehandelt, das müssen wir abstellen. Wir waren am Anfang etwas schläfrig. Nun gilt es, aufzuwachen und die letzten beiden Drittel ordentlich zu spielen“, erklärte Connor Korte in der Pause.

Doch zunächst setzten die Haie ihr dominantes Spiel fort. Stocker musste bereits zum ersten Mal hinter sich greifen, als Ryan Macinnis in der 25. Minute auf 5:0 erhöhte.

Ein kleiner Lichtblick für die Eislöwen-Fans folgte, als Drew Leblanc mit einem sehenswerten Schuss das 1:5 (28.) erzielte. Doch die Kölner blieben unbeeindruckt: Bokk traf wenige Minuten später zum 6:1 (34.).

Der neue Sportdirektor der Eislöwen, Jens Baxman (40), musste mit ansehen, wie die Haie gnadenlos nachlegten. Durch Treffer von Russell (44.) und Kero (48.) wuchs der Vorsprung auf 7:1 beziehungsweise 8:1 an.

Die Kölner Zuschauer, die den Weg in die Arena gefunden hatten, durften sich über den klaren Erfolg freuen. Selbst für die Fans im zurückkehrenden Sonderzug war der deutliche Sieg eine kleine Wohltat an diesem schweren Sonntag.