Kölner Haie als großer Favorit für die Playoffs: Wird Moritz Müller mit dem lang ersehnten Titel Abschied nehmen?
Von Carsten Lappe
Köln – Moritz Müller (39), die Ikone des Kölner Eishockeys, hat ein klares Ziel vor Augen: Zum Ende seiner Karriere möchte er endlich seinen ersten Meistertitel feiern.
Gedanken an eine mögliche letzte WM-Teilnahme Ende Mai oder ein weiteres Jahr im Profisport, falls es mit dem Titelgewinn trotz der starken Hauptrunde der Kölner Haie nicht klappen sollte, spielen für ihn momentan keine Rolle.
„Meine volle Konzentration gilt jetzt nur den Spielen, ich denke gerade ausschließlich an die Mannschaft“, sagte der Haie-Kapitän kurz vor Beginn der entscheidenden Saisonphase in den Playoffs.
„Ich habe bereits erklärt, dass es sehr wahrscheinlich mein letztes Jahr sein wird. Das bleibt vorerst unverändert“, so Müller, der eigentlich noch problemlos eine weitere Spielzeit auf hohem Niveau absolvieren könnte.
Seit Beginn seiner Profi-Karriere im Herrenbereich – genauer gesagt seit der Saison 2003/2004 – steht Müller ausschließlich für seinen Heimatverein auf dem Eis und hat in der DEL mehr als 1000 Spiele absolviert. Ein Titelgewinn blieb ihm jedoch bisher verwehrt.
Das soll sich in dieser Spielzeit endlich ändern. Bereits vor dem letzten Hauptrundenspiel ist klar, dass die Kölner Haie als Tabellenführer in die Playoffs starten und bei einem möglichen siebten Spiel das Heimrecht behalten würden.
„Die Chancen stehen gut“, gestand Müller ein. „Doch es fängt jetzt wieder bei null an, in den Playoffs gibt es keine Punkte aus der Vorrunde.“ Eine übliche Floskel, um die Spannung zu erhöhen.
In dieser Saison präsentiert sich das Team der Haie ausgesprochen stark. In den letzten Jahren hatte der achtmalige deutsche Meister trotz großzügiger finanzieller Unterstützung durch den umstrittenen Investor Frank Gotthardt (75), Betreiber der rechtskonservativen Medienplattform Nius, oft Schwierigkeiten, die Mittel effektiv einzusetzen.
Erst mit der Verpflichtung des finnischen Top-Coaches Kari Jalonen (66) im Jahr 2024 wurde das fehlende Puzzlestück gefunden. Auch Müller hat nach einigen enttäuschenden Jahren unter Cheftrainer Uwe Krupp (60) seine Freude und Begeisterung wiedergewonnen. Der erfahrene europäische Trainer beeinflusste zudem die Mannschaftsaufstellung positiv und erhöhte die taktische Flexibilität der Haie erheblich.
Im vergangenen Jahr waren die Haie den Eisbären in der Finalserie klar unterlegen. Doch in dieser Saison stimmt die Qualität des gesamten Kaders. Trotz zwei Niederlagen in den letzten Spielen – darunter eine knappe 0:1-Niederlage gegen die Eisbären – absolvierten die Rheinländer die Hauptrunde souverän. Für Jalonen ist vor allem der „Teamgeist in der Kabine entscheidend, dort herrscht eine großartige Stimmung.“
Nach Saisonende kehrt der 66-jährige Finne in seine Heimat zurück. Nicht nur er möchte sich mit einem Titel verabschieden. Sollte es den Haien in diesem Frühjahr tatsächlich gelingen, nach 24 Jahren wieder Deutscher Meister zu werden, rechnen viele mit einem sofortigen Karriereende von Moritz Müller.