Eislöwen zwischen Enttäuschung und Euphorie: „Das Ende hat uns das Herz zerrissen“
Dresden – Das große Winter Game war vorbei, viele Zuschauer hatten das Rudolf-Harbig-Stadion bereits verlassen, als plötzlich Whitney Houstons (†48) Klassiker „I Will Always Love You“ erklang. Die Dresdner Eislöwen standen nach der 2:3-Niederlage nach Verlängerung gegen die Eisbären Berlin vor ihrer Fankurve und zeigten ein Wechselbad der Gefühle.
„Das Ende hat uns das Herz gebrochen“, fasste Verteidiger Alec McCrea (30) die Stimmung treffend zusammen.
Für ihn hätte die Woche kaum besser laufen können: Seine Eltern waren nach fünf Jahren erstmals aus Kalifornien angereist, um ihn in Deutschland zu besuchen. Sie begleiteten ihn zu allen Terminen, halfen sogar beim Schneeräumen im Stadion und konnten zum Abschluss sein Tor zum 2:1 (54. Minute) für die Eislöwen miterleben.
Zuvor hatte Tomas Andres (29) die Gastgeber in Führung gebracht (25.), ehe Liam Kirk (26) ausglich (34.) und Ty Ronning (28) mit seinem späten 2:2 (58.) Hoffnung auf den ersten Sieg der Dresdner in der Vereinsgeschichte machte. Doch nur 14 Sekunden nach Beginn der Verlängerung traf Kirk erneut und versetzte den Eislöwen damit einen herben Schlag ins Herz.
„So etwas ist uns in dieser Saison schon mehrfach passiert, wenn wir kurz vor dem Sieg standen und ihn dann doch noch herschenken mussten“, erklärte McCrea nach dem Spiel.
Der Verteidiger war sich sicher: „Wir hätten wirklich mehr verdient gehabt. Trotzdem war es ein unglaubliches Ereignis, eine fantastische Show mit großartigen Fans, und ich bin froh, ein Teil davon gewesen zu sein. Das Wetter war ideal. Ja, es war kalt, doch dank der Energie der Fans und der Adrenalinausschüttung fühlte es sich fast heiß an. Ich wünschte, ich könnte so etwas noch einmal erleben.“
Gemeinsam mit seinen Mannschaftskameraden und den Spielern der Eisbären verfolgte er das große Feuerwerk nach dem Spiel, danach suchte er die Kurve auf, um mit den Fans zusammen die starke Leistung trotz der 32. Niederlage im 39. DEL-Spiel zu feiern.
Etwas Wehmut blieb dennoch, denn die Herausforderung, den Klassenerhalt zu sichern, ist durch das Winter Game keinesfalls einfacher geworden.
Egal, wie die Saison ausgeht: Dieses Event wird allen Spielern und Anhängern der Eislöwen in bester Erinnerung bleiben und die Verbundenheit zum Verein bei den Fans niemals verblassen lassen.