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Nationaltrainer in der Kritik? DEB-Kapitän vermisst nach WM-Auftaktpleite die „Lösung“

Zürich (Schweiz) – Trotz einer großartigen Abwehraktion von Moritz Seider (25), der zu Beginn des zweiten Drittels den Puck von der Torlinie kratzte, konnte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die 1:3-Niederlage beim WM-Auftakt gegen Finnland nicht verhindern. Im Anschluss kritisierte der NHL-Profi die Schwächen des Teams offen und machte zumindest zwischen den Zeilen auch Trainer Harold Kreis (66) verantwortlich.

„Hätten wir eine Strategie gehabt, die funktioniert, hätten wir die Chancen genutzt. Ich hoffe, dass wir beim nächsten Mal einen besseren Plan haben und auch etwas mehr Glück mit dem Puck“, erklärte der 25-Jährige am Freitag nach der Pleite im Gespräch mit Sporteurope.tv.

Eine versteckte Kritik am eigenen Coach? Tatsächlich hat dieser seit längerer Zeit Schwierigkeiten, eine der größten Schwachstellen der deutschen Mannschaft – die Special Teams – zu beheben.

„Überzahl und Unterzahl waren heute, denke ich, entscheidend“, bemängelte der Verteidiger der Detroit Red Wings. „Wenn du in diesen Situationen ein Tor erzielst und eines verhinderst, bleibt das Spiel eng. Gerade diese Details machen auf diesem Niveau den Unterschied.“

Ein neues Erfolgsrezept hat Seider damit nicht präsentiert. Bereits bei der WM im letzten Jahr in Dänemark kassierte Deutschland in Unterzahl doppelt so viele Gegentore, wie in Überzahl selbst erzielen konnte. Auch bei den Olympischen Spielen in Mailand wurden Strafzeiten zum Problem für die deutsche Auswahl.

Gegen den Olympia-Dritten Finnland bestätigte sich dieses Bild erneut. Während das Team von Nationaltrainer Antti Pennanen (47) seine ersten beiden Powerplays erfolgreich abschloss, tat sich die Mannschaft von Harold Kreis auch bei zehnminütiger Überzahl schwer. Lediglich zwei gute Chancen durch Joshua Samanski (24) resultierten daraus.

„Wenn Josh den Puck über die Linie gebracht hätte, sähe die Situation anders aus, und wir müssten uns nicht so unterhalten“, gab auch Seider zu.

Dennoch wollte der DEB-Kapitän nach dem WM-Auftakt nicht nur negativ sein: „Es gibt viele positive Aspekte, die man mitnehmen kann, aber natürlich überwiegt die Frustration, weil wir gegen eine eigentlich schlagbare finnische Mannschaft wichtige Punkte liegen gelassen haben“, erklärte der NHL-Spieler.

Die Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich bereits am morgigen Sonntag (20.20 Uhr) im Spiel gegen Lettland.