Sechs Spiele Sperre! Eishockey-Profi begeht unfassbare Tätlichkeit gegen Schiedsrichter
Augsburg – Die Augsburger Panther erleben einen äußerst schwierigen Start ins Jahr 2026. Nachdem der Erstligist im Eishockey zu Beginn des Jahres bereits Stürmer Florian Elias (23) ausschloss, sorgte nun ein weiterer Angreifer für einen schwerwiegenden Vorfall. Deshalb wird der Klub in den nächsten sechs Begegnungen auf Alexandre Grenier (34) verzichten müssen.
Der Kanadier, der vor der Saison von den Kölner Haien nach Bayern wechselte und sich mit elf Treffern sowie 22 Vorlagen als wichtige Stütze im Team etabliert hat, zeigte im Heimspiel am Sonntag gegen seinen ehemaligen Club eine gravierende Tätlichkeit.
Im ersten Drittel, in der 13. Spielminute, ging Linienrichter Lukas Pfriem nach einem Zweikampf um den Puck kurzzeitig mit dem Knie zu Boden und stützte sich daraufhin mit der rechten Hand in der Kniekehle bei Grenier ab. Daraufhin geschah das Unfassbare: Der Center schlug den Offiziellen mit seinem Schläger gegen die Wade beziehungsweise die Kniekehle.
Auf dem Eis wurde dieses Vergehen nicht geahndet, und auch im offiziellen Spielbericht der DEL fand sich keine Erwähnung dazu. Doch nach Spielende eröffnete der Disziplinarausschuss der Liga ein Verfahren gegen den Kanadier, nachdem er sich die Videoaufnahmen angesehen hatte. Das Ergebnis waren eine Sperre von sechs Partien sowie eine Geldstrafe.
Die Entscheidung sorgt online für hitzige Debatten: Einige Fans bewerten die Strafe als zu milde, andere wiederum halten sie für unverhältnismäßig streng.
Für den Verein kommt die Entgleisung und die daraus resultierende Sperre für Grenier alles andere als passend. Erst zum Jahreswechsel hatte die fristlose Entlassung von Florian Elias (23) für erhebliche Unruhe gesorgt.
Nach Informationen der Augsburger Allgemeinen und Rosenheim24 soll Elias in der Silvesternacht zunächst einen Bekannten mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Anschließend soll es in einer Wohnung zu einem Streit mit seiner Freundin gekommen sein, bei dem er sie körperlich misshandelte. Dabei erlitt sie eine blutende Lippe sowie blaue Flecken an Oberkörper und Beinen.
Bei seiner Partnerin handelt es sich offenbar um die Eishockey-Nationalspielerin Celina Haider (25), die erst Mitte Dezember auf eigenen Wunsch den ERC Ingolstadt verließ und zu den Eisbären Berlin wechselte.
Die Stürmerin wurde zudem vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) für die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina in wenigen Wochen nominiert. Elias äußerte sich nach seinem Rauswurf bei Augsburg über Instagram: „Ich habe meine gesundheitlichen Probleme sofort ernst genommen und erhalte seit dem 1.1.2026 professionelle Hilfe in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, wo ich seitdem stationär behandelt werde“, schrieb er in seinem Profil.
Darüber hinaus entschuldigte er sich öffentlich bei „allen, die ich enttäuscht habe“. Seine Profi-Karriere im Eishockey werde er vorerst pausieren, da er momentan nicht in der Lage sei, seinen Beruf auszuüben.
Ohne ihn, Grenier und möglicherweise auch die zuletzt verletzten Spieler Donald Busdeker (26) und T.J. Trevelyan (41) muss der AEV am Freitag bei den Löwen Frankfurt antreten.