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Goldenes Oval: Deshalb hofft Diskus-Ass Richter bei der Anreise nach Dresden auf Stau

Dresden – Im April fehlten Steven Richter (23) auf der Segelwiese von Ramona nur vier Zentimeter, um Matthew Denny (29) zu bezwingen. Der Australier schleuderte den zwei Kilogramm schweren Diskus auf 74,04 Meter, während der Chemnitzer genau 74 Meter erreichte. Beim Goldenen Oval im Dresdner Heinz-Steyer-Stadion am 31. Mai will Richter den Olympiadritten "zumindest erneut herausfordern".

Der Sachse vermutet, dass Denny derzeit noch eine Klasse für sich ist. Deshalb freut sich der 23-Jährige darüber, dass dieser "bei der EM in Birmingham als Australier nicht teilnehmen darf".

Dort sieht Richter durchaus Chancen für sich – ein Platz unter den besten fünf ist das Ziel, eine Medaille erscheint realistisch. Der Grund: Der litauische Weltrekordhalter (75,56 Meter) und Olympiazweite Mykolas Alekna (23) fällt verletzt aus, sodass auf dem Podium ein Platz frei bleibt.

Mit Blick auf den Wettkampf in Dresden hofft Richter erneut auf eine stressige Anreise. Das habe ihm in Ramona geholfen. "Ich kam am Vorabend gegen 23 Uhr an, warf am nächsten Tag und fuhr direkt wieder weg", erzählt der Student. "Dadurch war mein Adrenalinspiegel erhöht."

Von Chemnitz nach Dresden benötigt er nur etwa 50 Minuten Fahrtzeit. "Vielleicht stehe ich ja im Stau", sagt er augenzwinkernd, um den Adrenalinkick zu fördern.

Das Diskus-Talent bleibt dabei entspannt – was an seinen jüngsten Würfen liegt. Wo sieht er noch Luft nach oben? "Bei der Technik. Ich muss Hüfte und Schulter besser voneinander lösen, um eine größere Schleuderwirkung zu erzielen." Daran arbeitet er derzeit in Chemnitz: "Ich muss beweglicher werden, Kraft habe ich ausreichend."

Der deutsche Rekord von Jürgen Schult (74,08 Meter aus dem Jahr 1986) könnte fallen – am wahrscheinlichsten auf der Ramona-Wiese. Warum? Der Wettkampf in Oklahoma (USA) findet auf einer Wiese statt, nicht in einem Stadion. "Im April weht dort fast immer Wind", erklärt Richter. "In der Halle könnte man auch so weit werfen, doch die Bedingungen sind nicht immer optimal."

Damit ein Diskus richtig fliegt, ist Gegenwind entscheidend. Für Ramona hat der Sachse dieses Jahr sogar ChatGPT konsultiert: "Ich habe ausprobiert, wo das Gewicht am besten positioniert sein sollte. Danach wählte ich einen Diskus, bei dem das Gewicht außen liegt. So bleibt er im Wind stabiler."

Übrigens: Um sich zu entspannen, plant der U23-Europameister, den Angelschein zu machen. Hat er nicht zu viel Kraft, um die Angel auszuwerfen? "Mir ist schon mal die Spitze der Angel gebrochen", lacht Richter. "Aber ich kann auch mit Gefühl und großer Präzision werfen."