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Fragwürdige Auswahl der Sportler in Sachsen: Eislöwen & Co. fehlen bei der Wahl

Dresden – Am 21. März werden im Kraftverkehr Chemnitz die Sportler sowie die Mannschaft des Jahres 2025 ausgezeichnet. Seit Montag haben Sportbegeisterte die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Doch die Liste der zehn nominierten Teams für die Mannschaft des Jahres sorgt für Verwunderung.

Bis zum 1. Februar kann online auf sport-fuer-sachsen.de für Bob-Weltmeister Francesco Friedrich (35) abgestimmt werden. Ebenso vertreten sind Mannschaften wie das Coastal Rowing Mixed Team, die Finswimming-Damen, die Finswimming-Herren sowie die Orientierungstaucher.

Im Gegensatz dazu fehlen jedoch der Dresdner SC als deutscher Pokalsieger im Volleyball, die Zweitliga-Aufsteiger von Dynamo Dresden sowie die Eishockey-Helden der Eislöwen. Letztere haben mit ihrem Aufstieg als erstes sächsisches Team den Sprung in die DEL geschafft – ein historischer Erfolg.

Obwohl diese drei Mannschaften hunderttausende Sachsen begeistern konnten, spielt das bei der Vorauswahl des Landessportbundes offenbar keine Rolle. LSB-Geschäftsführer Christian Dahms erklärt: „Die Auswahl und Nominierung zur ‚Mannschaft des Jahres‘ basiert auf fachlichen Kriterien, wobei vor allem sportliche Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene – insbesondere Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften – entscheidend sind.“

Da in den Randdisziplinen zahlreiche Medaillen errungen wurden, blieben die Kernsportarten außen vor.

„Der sportliche Erfolg der Eislöwen – vor allem der Aufstieg in die DEL – ist zweifellos außergewöhnlich und historisch bedeutend. Dennoch standen bei der Gesamtbewertung in dieser Kategorie andere Kriterien im Vordergrund“, so Dahms weiter.

Das Vorgehen des Landessportbundes bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres 2025 wirkt absurd. Es ist nicht nachvollziehbar, warum weder der deutsche Pokalsieger im Volleyball noch die Eislöwen nach ihrem historischen DEL-Aufstieg zur Wahl zugelassen wurden.

Im Sport zählt Leistung – so war es immer und so sollte es bleiben! Daher stellt sich die Frage: Nach welchen Maßstäben bewertet der LSB eigentlich Erfolg? Zwar konnten Finswimmer und Orientierungstaucher Medaillen bei EM und WM gewinnen.

Doch es ist fragwürdig, Randdisziplinen zu bevorzugen und zugleich die herausragenden Leistungen der DSC-Volleyballerinnen beim Pokalerfolg oder die DEL2-Meisterschaft der Eislöwen zu ignorieren. Das zeugt von mangelndem sportlichem Verständnis und zeigt vor allem, dass Medaillen – unabhängig von deren Bedeutung – bevorzugt werden.

In Zeiten, in denen in den Kernsportarten gute Trainer und Athleten Jahr für Jahr seltener werden, scheint der LSB alles zu akzeptieren, nur um Erfolge vorweisen zu können. Wie steht Sachsen eigentlich im Skat da? Gibt es dort Weltmeister?

Alle träumen von Olympia 2040 in Leipzig, doch es mangelt an Fokus auf die Kernsportarten. Es fehlen geeignete Sportstätten, klare Schwerpunkte und feste Trainingszentren. Sachsen verliert sich und würdigt nicht die wahren Leistungen ...