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Lieferant beschädigt Behinderten-Trampolin neben dem Stadion: Steuergelder verloren

Dresden – Vor dem Heinz-Steyer-Stadion wurde ein besonderes Inklusionsprojekt realisiert – ein Trampolin, das speziell für Rollstuhlfahrer konzipiert ist. Doch nur zwei Wochen nach der offiziellen Eröffnung war die Anlage bereits wieder zerstört – und mit ihr 35.000 Euro Steuergeld verloren.

Mitte April wurde das ebenerdige Sprunggerät eingeweiht und galt als spezielles Angebot für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. „Der Trampolinboden ist abgesenkt, sodass Rollstuhlfahrer problemlos darauf fahren können“, erklärte Sportbürgermeister Jan Donhauser (57, CDU).

Am 25. April folgte dann der Schock: Die teure Einrichtung war plötzlich beschädigt. „Ein Paketbote ist versehentlich mit seinem Fahrzeug über das Trampolin gefahren“, so die Stadt. Dabei handelte es sich um ein Fahrzeug des Paketdienstleisters DHL.

Die Schäden waren erheblich: „Das Trampolin wurde komplett zerstört.“ So blieb dem Projekt kaum Zeit, sich überhaupt richtig zu bewähren.

Das Sprunggerät zeichnete sich nicht nur durch seine besondere Funktion aus, sondern auch durch die enormen Anschaffungskosten. „Die Ausgaben für das Trampolin belaufen sich auf 35.000 Euro netto.“ Den Großteil davon – etwa 25.000 Euro – hatte der Stadtbezirk Altstadt als Zuschuss übernommen, was rund 71 Prozent der Gesamtkosten entspricht.

Den Rest finanzierte der Eigenbetrieb Sportstätten Dresden aus eigenen Mitteln. Doch nicht nur das Trampolin selbst verursachte Kosten für die Steuerzahler, auch die Gestaltung der Plaza vor dem Stadion war mit erheblichen Ausgaben verbunden.

Die etwa 20 Sitzgelegenheiten sowie die farbliche Gestaltung rund um die Arena kosteten „insgesamt 59.600 Euro netto“. Laut Stadt wurden diese Bereiche bei dem Unfall allerdings nicht beschädigt.

Besonders bemerkenswert sind die Angaben zum Unfallhergang: „Der Bereich ist klar erkennbar und teilweise durch Sitzgruppen vom restlichen Gelände abgegrenzt.“ Zudem sei der Bereich durch „deutliche Beschilderungen und Absperrungen für den Fahrzeugverkehr gesperrt“ gewesen.

Trotzdem fuhr laut Stadtangaben ausgerechnet ein DHL-Fahrzeug auf das Trampolin. Die Reparatur der beschädigten Anlage wird voraussichtlich deutlich länger dauern als deren kurze Nutzungsdauer.

Erst im Herbst dieses Jahres soll die Anlage wiederhergestellt sein. Konkrete Angaben zur Schadenshöhe liegen bislang noch nicht vor, bestätigte Donhauser.

Doch wer trägt die Kosten? „Die Haftpflichtversicherung des Verursachers hat bereits Kontakt mit dem Eigenbetrieb Sportstätten Dresden aufgenommen.“ Daher wird „von einer Übernahme des Schadens ausgegangen, da das Gelände für den Fahrzeugverkehr gesperrt war.“

Vor Ort erinnert ein kleiner Bauzaun an den Vorfall Ende April und soll weitere Unfälle verhindern. Zukünftig sind zudem weitere teure Maßnahmen geplant, um zu verhindern, dass Fahrzeuge erneut in die Nähe der Anlage gelangen.