Gefallener Weltmeister Peter Wright: Darts-Ikone stand schon kurz vor dem Rückzug
Großbritannien – Über mehr als zehn Jahre hinweg begeisterte Peter Wright (55) mit außergewöhnlichen Outfits und beeindruckenden Würfen die Darts-Fans weltweit. Der schottische Profi sicherte sich zweimal den Weltmeistertitel und gewann zahlreiche bedeutende Turniere. Doch in den vergangenen rund zwei Jahren zeigt "Snakebite" nur noch begrenzte Leistungen und scheint nicht mehr an seine alten Erfolge anzuknüpfen. Nun offenbarte er offen, dass er in den schwierigsten Zeiten sogar mit dem Gedanken gespielt hat, seine Karriere abrupt zu beenden.
„Ja, das habe ich tatsächlich kurzzeitig in Betracht gezogen“, gab der 55-Jährige nach seinem 10:6-Erfolg in der zweiten Runde der UK Open gegen Cameron Menzies (36) am Freitagabend im Rahmen einer Pressekonferenz zu.
In diesem Match präsentierte sich Wright endlich wieder in alter Form, erzielte starke Scores inklusive mehrerer 180er und überzeugte mit einer stabilen Doppelquote, die ihm letztlich den Sieg sicherte.
In den letzten großen Wettbewerben schied der einstige Top-Spieler meist frühzeitig aus und zeigte dabei teils enttäuschende Leistungen. In der Weltrangliste ist er mittlerweile auf Rang 32 abgerutscht.
„Ich will euch nicht mit Negativem langweilen, aber die vergangenen zwei Jahre waren wirklich enttäuschend“, erklärte Wright. „Es ist schmerzhaft, wenn Leute sagen: ‚Gegen den würde ich gern spielen, der spielt ja schlecht.‘“
„Das erinnerte mich ein wenig an den armen Glen Durrant. Ein herausragender Spieler mit vielen Titeln. Wenn ich ihn bei Turnieren sah, hoffte ich immer, dass ich so etwas nie selbst durchmachen muss“, fügte der Schotte hinzu.
Durrant erlebte nach seinen drei BDO-Weltmeisterschaften und dem Premier-League-Triumph 2020 infolge einer Corona-Infektion einen dramatischen Leistungsabfall, litt unter Dartitis und beendete schließlich seine Profikarriere.
„Jetzt muss ich mir eingestehen, dass ich eine sehr ähnliche Phase durchmache. Das ist wirklich schwer“, sagte Wright. Dennoch hat „Snakebite“ mittlerweile seine Einstellung verändert.
„Ich habe viel über Durchschnitte und Siege nachgedacht“, gestand der 55-Jährige. „Aber dann erinnerte ich mich: Wer sonst hat schon 49 Titel gewonnen, darunter zwei Weltmeisterschaften, die European Championship und das World Matchplay?“
Selbst als er vor wenigen Tagen noch einen miserablen Average von etwa 70 Punkten spielte, konnte er das schnell abhaken. „Man muss weitermachen, solche Phasen gehören dazu. Du kannst nicht in jedem Spiel schlecht sein“, erläuterte Wright.
Außerdem verfolgt er noch ein klares Ziel: „Ich möchte 50 Titel gewinnen – das wäre ein schöner Abschluss, bevor ich aufhöre. Und wenn ich es sogar auf 55 schaffe, wäre ich rundum zufrieden.“