zurück

„Gelegenheitsfans“: Erfahrene Größe nimmt junge Darts-Generation ins Visier!

Milton Keynes (England) – James Wade (42) zählt mittlerweile seit nahezu zwanzig Jahren zur Spitze der Darts-Welt und hat dabei den rasant wachsenden Erfolg dieses Sports aus nächster Nähe erlebt. Mit den jüngeren Fangruppen gab es für ihn jedoch noch Gesprächsbedarf.

„Heutzutage gibt es im Darts viele Gelegenheitsschauer, neue Anhänger, denen kaum bewusst ist, welche Leistungen Spieler wie Gary Anderson erbracht haben“, erklärte der 42-Jährige nach seinem Triumph gegen den „Flying Scotsman“ am Wochenende bei den World Masters im Rahmen der darauffolgenden Pressekonferenz.

„Gary wird zunehmend unterschätzt – und ich vielleicht auch“, ergänzte der Engländer. Ältere Profis erhielten heutzutage oft nicht mehr die gebührende Wertschätzung, weil sie aktuell nicht „in“ seien, so Wade weiter.

„Wir liefern seit zwanzig Jahren konstant gute Leistungen ab, müssen uns aber sowohl unbedarften Kommentaren als auch naiven Strukturen stellen“, kritisierte der erfahrene Spieler vom Oche.

Auf die Frage, ob er mittlerweile lieber gegen erfahrene Konkurrenten oder gegen die jungen Talente antritt, antwortete er eindeutig: „Nein, keinesfalls. Ich spiele lieber gegen die Jüngeren. Wir alle wissen, was Gary Anderson geleistet hat – weit mehr als viele junge Spieler. Wenn er in Topform ist, ist sein Spiel schlichtweg mitreißend. Er ist sensationell“, lobte Wade den zweifachen Weltmeister.

Vor Kurzem hatte Wade bereits öffentlich seinen Unmut über die Nichtberücksichtigung für die Premier League geäußert und den Stellenwert harter Arbeit in der PDC infrage gestellt. Stattdessen rückten immer mehr Vermarktung und Hype in den Vordergrund.

Diese Haltung ließ der Brite auch vor seinem Viertelfinalduell bei den Masters gegen WM-Finalist Gian van Veen (23) durchblicken. „Wenn Gian nicht das Finale erreicht hätte, würdet ihr mich gar nicht nach ihm fragen. Er hat es natürlich geschafft, aber ich habe auch einiges geleistet und stand ebenfalls in einigen Endspielen“, so der dreifache UK-Open-Sieger.

„Ich bekomme nicht die Unterstützung von Leuten wie euch (Pressevertreter, Anm. d. Red.), kämpfe mich aber trotzdem durch. Würdet ihr mir Rückhalt geben, könnte ich mich vielleicht noch besser präsentieren“, erklärte Wade.