zurück

„Ganz wie einst bei Phil Taylor“: Darts-Stars lassen Zuschauer aus der Halle entfernen

Sheffield (England) – Eigentlich hätte der letzte reguläre Spieltag der Darts Premier League für Fans des Pfeilsports ein echtes Highlight werden sollen. Doch beim Halbfinale am Donnerstagabend in Sheffield offenbarte sich erneut eine unangenehme Seite der Veranstaltungen, die vielen Profis mittlerweile gehörig auf die Nerven geht. Zwei Top-Spieler reagierten prompt und veranlassten, dass ein störender Zuschauer aus der Arena gebracht wurde.

Beim Spielstand von 2:1 zugunsten von Gerwyn Price (41) im Duell gegen Stephen Bunting (41) stoppte der Waliser plötzlich seinen Wurf, wandte sich zum Publikum und deutete auf einen bestimmten Fan.

Dieser hatte zuvor offenbar mehrfach durch Pfeifen und Buhrufe gegen die beiden Akteure das Match gestört.

Unmittelbar suchte der Ansager Owen Binks das Gespräch mit dem „Iceman“, der offenbar nicht weiterspielen wollte, solange der lästige Zuschauer nicht entfernt wird. Immer wieder hob Price mit ernstem Blick die Hand und machte deutlich, wer den Ablauf störte.

„Das erinnert fast an die Zeiten mit Phil Taylor, der auch immer genau gezeigt hat, wer da dazwischenfunkt“, kommentierte Elmar Paulke (56) die Szene bei DAZN.

In den Fernsehbildern ist zu sehen, wie das Sicherheitspersonal den betreffenden Zuschauer anspricht und ihn anschließend aus der Halle begleitet. Das restliche Publikum verabschiedet ihn dabei selbst mit Buhrufen und Pfiffen. Nach einer mehrminütigen Unterbrechung konnte das Spiel schließlich fortgesetzt werden.

Die unschönen Pfeifgeräusche und das Ausbuhen der Spieler, die insbesondere beim Wurf störend wirken, sind in den letzten Jahren leider zur traurigen Normalität geworden. Beide Kontrahenten kennen diese Erfahrung nur zu gut: Bunting hatte sich vor etwa 13 Monaten in Riesa darüber beklagt, während Price seit seinem Debüt in der PDC generell polarisiert.

In Sheffield standen beide geschlossen gegen den Störenfried: „Gezzy hat den Typen sofort erkannt. Die Störungen richteten sich nicht nur gegen mich, sondern auch gegen ihn“, erklärte „The Bullet“ anschließend vor dem PDC-Mikrofon.

„Das war einfach ein Idiot im Publikum, der das Spiel sabotieren wollte. Ich habe definitiv hinter Gezzy gestanden. Er sagte zu mir, ich solle erst weiterspielen, wenn das Problem beseitigt ist“, berichtete Bunting weiter.

„Ich finde, das war der einzig richtige Schritt. Klar, der Typ bekommt so ein paar Minuten Aufmerksamkeit, aber für solche Störenfriede gibt es in unserem Sport keinen Platz. Jubelt und feuert an, so laut ihr wollt – aber Pfeifen und Buhen sind völlig inakzeptabel“, äußerte der 41-Jährige entschieden.

Der Masters-Sieger von 2024 sicherte sich in Sheffield am Ende den Tagessieg im Finale gegen Luke Humphries (31, 6:3). Im Gegensatz zu Price schaffte er es jedoch nicht mehr in die abschließende Finalrunde.