zurück

Erfolgreicher Start in die Premier League: Darts-Ass van Gerwen trotzt persönlicher Krise

Newcastle (England) – Zum Auftakt der neuen Darts Premier League Saison am Donnerstagabend kam es zu einer Überraschung, als Michael van Gerwen (36), der zuletzt schwächer gespielt hatte, im rein niederländischen Finale gegen WM-Finalist Gian van Veen (23) den ersten Tagessieg für sich verbuchen konnte. Dabei musste "MvG" kürzlich einen schweren privaten Rückschlag verarbeiten.

In Newcastle zeigte sich "Mighty Mike" endlich wieder in herausragender Verfassung. Nach Erfolgen gegen Stephen Bunting (40) und Luke Humphries (30) setzte er sich im Finale mit 6:4 gegen den „Giant“ durch.

In der vergangenen Saison gelang dem dreifachen Weltmeister kein einziger Tagessieg in der Premier League. Nun hat er die Blockade frühzeitig überwunden. „Es wurde wirklich Zeit“, erklärte van Gerwen im anschließenden Interview auf der Bühne.

Noch kurz zuvor war der 36-Jährige bei den World Masters bereits in der ersten Runde an Damon Heta (38) gescheitert – mit einem enttäuschenden Durchschnitt von nur 88 Punkten. Dieser schwache Auftritt stand jedoch im Zusammenhang mit einem „schweren Schlag in seinem Privatleben“, wie Ex-Profi Vincent van der Voort (50) im Podcast „Darts Draait Door“ verriet.

Mittlerweile äußerte sich van Gerwen auch selbst in einem Interview mit „De Telegraaf“ zu der schwierigen Situation.

„Man kann nicht immer alles kontrollieren. Wenn die Gedanken nicht ganz beim Spiel sind, wirkt sich das schnell auf die Leistung aus“, erklärte MvG.

Details wollte die aktuelle Nummer vier der Weltrangliste jedoch nicht preisgeben: „Das geht niemanden etwas an“, so van Gerwen weiter. „Ich hatte eine richtig schlechte Woche hinter mir – eigentlich sogar fast zwei Wochen.“

Nach einer mäßigen WM mit dem Aus in der vierten Runde gelang dem Niederländer zum Jahresbeginn mit dem Sieg bei den Bahrain Masters ein starkes Statement, bevor der erneute Rückschlag folgte.

Die vergangenen Monate waren ohnehin von privaten Herausforderungen geprägt: die Trennung von seiner Frau Daphne sowie die Krankheit seines Vaters machten van Gerwen schwer zu schaffen. Ex-Profi Matt Edgar (39) warnte bereits vor einem möglichen Absturz des Niederländers.

„Alles braucht seine Zeit, aber irgendwann muss man weitermachen. Natürlich gibt es dabei Höhen und Tiefen. Jeder weiß, dass ich ein turbulentes Jahr hatte – sowohl auf dem Board als auch privat“, erklärte van Gerwen jetzt. „Man hat keine Zeit, um zu trauern. Ehe man sich versieht, steht das nächste Turnier an, also muss man ständig konzentriert bleiben und volle Leistung bringen.“

„Ich habe viel Erfahrung gesammelt und in meinem Leben schon einiges durchgemacht. Deshalb habe ich mittlerweile eine sehr dicke Haut. Ich kann einiges wegstecken“, machte „Mighty Mike“ deutlich.