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Biathlon-Olympiasieger wechselt die Sportart – und dieser Ohrring spielt eine besondere Rolle

Frankreich – Als die Radsport-Ikone Marco Pantani (†34) im Jahr 1998 mit seinen Siegen beim Giro d’Italia und der Tour de France den Höhepunkt seiner Karriere erreichte, war Émilien Jacquelin (30) gerade einmal drei Jahre alt. Dennoch prägte der Italiener den jungen Franzosen in den darauffolgenden Jahren maßgeblich. Pantani war für Jacquelin der entscheidende Antrieb, eine Laufbahn im Leistungssport einzuschlagen und sich dem Biathlon zu widmen.

Nachdem er bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina mit der Staffel Gold gewonnen hatte, verfolgt er nun das Ziel, seinem großen Vorbild nachzueifern und sich damit einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Aus diesem Grund legt Émilien Jacquelin die Skier vorerst beiseite und steigt aufs Rennrad um.

Wie sowohl das Team Decathlon-CMA CGM als auch der Biathlet am Sonntag offiziell mitteilten, wird er künftig für diese Mannschaft an den Start gehen. „Radfahren gehörte schon immer zu meinem Leben – sei es in meiner Jugend oder als Teil meines körperlichen Trainings. Ab jetzt wird aber jeder Tag eine neue Herausforderung darstellen. Ich bin überzeugt, dass die Trainingsmethoden, die Ernährungsbetreuung, die von Van Rysel bereitgestellte Ausrüstung sowie die professionelle Struktur des Teams mir helfen werden, Fortschritte zu erzielen und neue Meilensteine zu erreichen. Ich werde mich zu 100 % engagieren, ohne Kompromisse einzugehen“, erklärte Jacquelin.

Seine besondere Verbundenheit zu seinem Idol Marco Pantani zeigt sich sogar darin, dass er bei den Wettkämpfen der Olympischen Spiele in Antholz einen Ohrring des verstorbenen Italieners trug – ein persönliches Schmuckstück, das ihm von Pantanis Familie geliehen wurde.

„Dieser Ohrring, der ihn so unverwechselbar machte, verbindet mich nicht nur mit Marco, sondern symbolisiert für mich auch eine Einstellung zum Wettkampf: Mut, Risikobereitschaft und die Courage, anzugreifen, wenn es sonst niemand wagt. Auf diese Weise möchte ich ihm meine Anerkennung zollen“, sagte Émilien Jacquelin vor den Spielen.

Ein Teil seiner Familie hat italienische Wurzeln. Seine Bewunderung für Marco Pantani erklärt Jacquelin so: „Als Kind kaufte mein Vater die Kassette von der Tour 1998. Seitdem konnte ich diesen ‚Pirat‘ nicht mehr aus den Augen verlieren. Ich wollte so sein wie er – nicht nur Rennen gewinnen, sondern Emotionen erleben und diese auch anderen vermitteln.“

Pantani war berühmt für seinen mutigen und aggressiven Fahrstil. Der aus Cesena stammende Profi wurde am 14. Februar 2004 leblos in einem Hotelzimmer in Rimini gefunden.

„Der 14. Februar ist für mich nie ein Valentinstag gewesen, sondern ein trauriges Datum, das zu einem Symbol geworden ist“, erklärte Jacquelin anlässlich des Todestages von Pantani.

Das große Ziel des Biathleten bleibt die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2030, die in seiner Heimat stattfinden. Doch vielleicht gelingt ihm eines Tages sogar ein Start bei den Olympischen Sommerspielen. Es bleibt spannend zu verfolgen, wie sich Jacquelin auf dem Rennrad schlagen wird.