Team reist geschlossen an: Biathlon-Star Bakken (†27) beigesetzt
Lillehammer (Norwegen) – Vor etwa drei Wochen verstarb der norwegische Biathlet Sivert Guttorm Bakken (†27) aus bislang ungeklärten Gründen. Nun nahmen seine Angehörigen, Freunde und Teamkameraden Abschied von dem viel zu früh gegangenen Sportler.
Am Dienstagvormittag wurde Bakken in einer voll besetzten Kirche in Lillehammer verabschiedet, vor der sich zeitweise sogar Warteschlangen bildeten. Die Trauerfeier dauerte etwa anderthalb Stunden. Bereits am Montag reiste die gesamte Biathlon-Nationalmannschaft von Oberhof nach Lillehammer, um ihrem verstorbenen Teamkollegen die letzte Ehre zu erweisen.
„Es war wunderschön und vor allem eine sehr würdige Würdigung. Doch oftmals gehen das Schöne und das Traurige Hand in Hand. Natürlich war es unfassbar traurig, aber es wurden auch viele schöne Worte gefunden, die Sivert so beschrieben, wie er war“, berichtete Vetle Sjåstad Christiansen (33) nach der Zeremonie gegenüber VG.
Am Dienstagabend kehrt die Mannschaft zurück nach Deutschland, um sich auf die Wettkämpfe in Ruhpolding vorzubereiten, die bereits am Mittwoch beginnen. Der Aufwand durch die Reise scheint für die Gruppe dabei keine Rolle zu spielen.
„Ich habe die Mannschaft seit dem tragischen Ereignis nicht gesehen, deshalb wird es etwas Besonderes sein, sie wiederzutreffen“, erklärte Gesamtweltcup-Sieger Sturla Holm Lægreid (28), der die Rennen in Oberhof krankheitsbedingt verpasst hatte.
Er unterstrich: „Ich wollte unbedingt hier sein – für sie, für die Familie und für Sivert. Es ist mir sehr wichtig, mich von Sivert verabschieden zu können.“
Auch Christiansen betonte, wie viel ihm die Unterstützung seines Teams bedeutet. „Ich denke, das Schlimmste ist, die Trauer alleine zu durchleben. So viele Menschen um sich zu haben, die genau verstehen, was man fühlt, ohne dass man es aussprechen muss, ist enorm wertvoll. Man braucht nur einen Blick oder eine Umarmung. Das gibt einem unglaublich viel Kraft“, schilderte der 33-Jährige.
Der Staffel-Olympiasieger von Peking ist überzeugt: „Dieses Umfeld wird, wenn möglich, noch enger zusammenwachsen, als es ohnehin schon war.“
Zeitgleich zur Beerdigung in Lillehammer fand in Ruhpolding, wo sich der Weltcup-Zirkus derzeit aufhält, eine Gedenkveranstaltung in einer Kapelle statt, an der die übrigen Biathleten teilnehmen konnten. Bereits in Oberhof wurde beim ersten Rennen seit Bakkens Tod eine Hommage an den Norweger abgehalten.
Bakken war am 23. Dezember von seinem Teamkollegen Johan-Olav Botn (26) leblos in seinem Hotelzimmer aufgefunden worden. Obwohl bereits eine Obduktion durchgeführt wurde, könnten die finalen Ergebnisse noch bis Anfang März auf sich warten lassen, weshalb die genaue Todesursache weiterhin unklar ist.