Deutscher Biathlon-Star offenbart: Deshalb setzte ihr der Stadionsprecher in Ruhpolding so zu
Ruhpolding – Mit knapper Verzögerung erfüllt sich für Selina Grotian (21) ein großer Traum aus Kindertagen: Die deutsche Biathlon
Karlheinz Kas (69) sorgt seit zwei Jahrzehnten für eine fantastische Stimmung bei den beliebten Wettkämpfen. Natürlich bringt er viel Erfahrung mit und möchte den Zuschauern stets umfassende Informationen bieten.
So erklärte er am vergangenen Wochenende mehrmals vor den Fans, dass Grotian noch nicht die Olympia-Qualifikation erreicht hatte und was dafür notwendig sei. Obwohl Spitzensportler während der Wettkämpfe meist fokussiert sind, nahm die 21-Jährige jedes Wort wahr, was ihre Situation nicht gerade erleichterte.
„Die Atmosphäre in Ruhpolding ist immer grandios. Doch wegen meiner Ausgangslage dieses Jahr lastete zusätzlicher Druck auf meinen Schultern. Gerade hier auf den Punkt liefern zu müssen, hat die Sache nicht einfacher gemacht. Der Stadionsprecher ist lauter zu hören als bei anderen Weltcup-Stationen, und oft wurde bei mir über die Olympianorm gesprochen, da er den Zuschauern die Lage erklärte“, verriet sie kürzlich in einem Interview mit der Internationalen Biathlon-Union (IBU) einen Einblick in ihre Gefühlswelt.
Schließlich reichten ihr Platz 14 im Sprint und Rang 13 in der Verfolgung, um das Ticket zu den Olympischen Spielen zu sichern. Mitte der Woche folgte dann die offizielle Ernennung durch den Deutschen Ski-Verband (DSV) und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).
„Bei den Olympischen Spielen in Antholz dabei zu sein, war schon immer ein Traum von mir. Es war das wichtigste Ziel, auf das ich in den letzten beiden Saisons konsequent hingearbeitet habe“, erklärt Selina Grotian. Die Biathlon-Wettbewerbe werden in Antholz in der Südtirol Arena ausgetragen.
Bis dahin heißt es für die 21-Jährige, intensiv zu trainieren, sich zu erholen und vor allem gesund zu bleiben. Beim Weltcup-Start im schwedischen Östersund Ende November hatte sich die Ausnahmesportlerin mit Corona infiziert, was sie mehrere Wochen zurückwarf.
„Ich hatte gehofft, bereits in Annecy wieder einsteigen zu können. Doch nach einigen lockeren Langlaufeinheiten musste ich feststellen, dass mein Körper noch nicht vollständig fit war. Das war nach der überstandenen Krankheit ein erheblicher Rückschlag für mich“, erinnert sie sich.
Um Abstand vom Biathlon zu gewinnen, hat sie viel Zeit mit ihrer Familie verbracht, Spiele gespielt und häufig ausgedehnte Spaziergänge mit ihrer Hündin Nala unternommen. Jetzt konzentriert sich alles auf das Saisonhighlight in Italien. Es werden Grotians erste Olympischen Spiele – bleibt sie gesund, ist ihr eine Medaille auf jeden Fall zuzutrauen.