Ihr Traum von Olympia endet abrupt: Biathlon-Talent aus dem Erzgebirge hört plötzlich auf
Elterlein – Noch vor wenigen Tagen sprach sie voller Hoffnung von einer Teilnahme an den Olympischen Winterspielen, doch nun hat ein vielversprechendes Biathlon-Talent aus dem Erzgebirge überraschend seine Karriere beendet. Nach dem Deutschland-Pokal-Finale gab Rosalie Unglaube (20) aus Tannenberg ihren Rückzug bekannt.
Während die anderen Athletinnen und Athleten aus dem Nachwuchsbereich des Deutschen Skiverbands bereits informiert waren und ihr in Ruhpolding einen emotionalen Abschied bereiteten, verkündete sie das Ende ihrer Laufbahn am Dienstag via Instagram.
„Es fällt mir unglaublich schwer, die passenden Worte zu finden. Es ist einer der schmerzhaftesten und traurigsten Momente meines Lebens, denn ich beende meine Karriere als Biathletin“, schrieb die junge Sportlerin, die bereits im Alter von zwölf Jahren an das Internat der Sportschule Oberwiesenthal wechselte und später ihr Abitur in Oberhof absolvierte.
Der Leistungssport habe ihr Leben maßgeblich geprägt: „Fünfzehn Jahre lang drehte sich alles um dieses eine – laufen und schießen & schießen und laufen. Von der kleinen Rosalie bis hin zu ‘Rosi’, der Sportlerin“, blickt sie auf ihre bewegte Zeit zurück.
Erst kurz vor dem Wochenende hatte die Athletin, die derzeit eine Ausbildung bei der Bundeswehr absolviert, in einem Interview mit der „Freien Presse“ über ihre Ambitionen, aber auch über den enormen Druck im Leistungssport gesprochen.
Außerdem erwähnte sie ihre Teilnahme am Alpencup-Finale in der Schweiz, das sie nach mehreren Podestplätzen anführt – allerdings wird sie dort nicht mehr starten, ihr Name fehlt in den Teilnehmerlisten.
Über die genauen Hintergründe ihres Rückzugs ist bisher nichts bekannt. Doch Rosalie Unglaube gab einen Einblick in ihre Belastungen: „Man sieht von außen nicht alles, und ich glaube, das kann jeder Sportler nachvollziehen. Es war nicht immer einfach, und auch ich hatte meine schwierigste Zeit – eine Phase, in der ich wirklich am Limit war. Es gab Momente, in denen ich dachte, dass es so nicht weitergehen kann und dass es vielleicht besser wäre, einen Schlussstrich zu ziehen … Aber das war für mich keine Option“, schreibt sie.
Nun hat sie dennoch diese Entscheidung getroffen und ergänzt: „Doch eines habe ich gelernt: Rosalie, der Mensch, ist genauso wichtig – wenn nicht sogar wichtiger – als Rosi, die Sportlerin. Und genau diese Rosalie muss jetzt wieder an erster Stelle stehen.“
Für den Deutschen Skiverband ist der Abschied ein herber Verlust. In dieser Saison feierte die 20-Jährige zahlreiche Erfolge, darunter Siege im Deutschlandpokal und Alpencup sowie eine Silbermedaille bei den deutschen Meisterschaften.