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Doping-Schock kurz vor Olympia: Positiv getestete Biathletin meldet sich jetzt zu Wort

Antholz (Italien) – Kurz vor dem Start der Olympischen Winterspiele sorgte ein Schockmoment für Aufsehen: Die 24-jährige italienische Biathletin Rebecca Passler wurde positiv auf das verbotene Mittel Letrozol getestet und daraufhin suspendiert. Etwa einen Monat später bricht sie nun ihr Schweigen.

„Nach einigen schweren Wochen fühle ich mich endlich bereit, meine Gedanken und Emotionen mit euch zu teilen“, schrieb Passler auf Instagram zu einem Bild, das sie gemeinsam mit dem Maskottchen der Olympischen Spiele zeigt.

Die siebenmalige Junioren-Weltmeisterin berichtete: „Was passiert ist, war wohl das Schlimmste, was einem Athleten widerfahren kann. Ich war am Boden zerstört. Alles, wofür ich Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr gearbeitet habe, um meinen Traum zu verwirklichen, schien in einem einzigen Moment zerstört zu sein.“

Das italienische Biathlon-Team hatte von Anfang an erklärt, es handle sich um ein Missverständnis und Passler sei unschuldig. Dennoch schien nicht jeder daran zu glauben, was die Athletin auch deutlich spüren konnte.

„Hinzu kam, dass mir der Respekt verweigert wurde, den jeder Mensch verdient hat. Ich bin nicht nur Sportlerin, sondern auch ein Mensch mit Gefühlen“, schrieb die 24-Jährige weiter. „Es gab Momente, die sich ungerecht und kaum nachvollziehbar anfühlten.“

Gleichzeitig betonte Passler aber auch die erhaltene Unterstützung: „Ich möchte sagen, wie dankbar ich für die enorme Rückendeckung von so vielen Menschen bin, die mir in dieser schweren Phase beigestanden haben. Vielen, vielen Dank an jeden Einzelnen von euch.“

Obwohl Passler ihre Suspendierung während der Olympiade erfolgreich anfechten konnte, begründete sie den positiven Test damit, dass sie denselben Löffel mit Nutella verwendet habe wie ihre Mutter. Diese ist an Brustkrebs erkrankt, was Passler zu diesem Zeitpunkt nicht wusste. Das Medikament der Mutter enthält den im Sport verbotenen Wirkstoff Letrozol – so soll dieser in Passlers Körper gelangt sein.

Die Aufhebung der Sperre erfolgte allerdings erst, nachdem alle Chancen auf einen Einzelstart bei den Spielen in ihrer Heimatstadt bereits verstrichen waren. Für die Staffel wurde Passler von den Trainern nicht nominiert.

Der Traum von den Heimspielen zerplatzte somit endgültig, doch die Italienerin versucht, diesen Abschnitt abzuschließen.

„Jetzt ist es an der Zeit, nach vorne zu blicken. Neue Ziele zu setzen, zu kämpfen, stärker zu werden und niemals aufzugeben. Meine Reise geht weiter“, beendete Passler ihre Botschaft.