„Völlig inakzeptabel“: So erfuhr die Biathletin von ihrem positiven Dopingbefund
Antholz (Italien) – Für das italienische Biathlon-Team kam die Nachricht am Montag wie ein Hammer: Rebecca Passler (24) wurde positiv auf Doping getestet. Überraschenderweise hatten weder die Sportlerin noch die Mannschaft vorab von den Medienberichten darüber erfahren.
Italiens Sportdirektor Klaus Höllrigl (46) berichtete bei Rai Südtirol, dass sowohl Passler als auch das gesamte Team die Anschuldigungen erst durch die Presse mitbekamen und bezeichnete dieses Vorgehen als „völlig inakzeptabel“.
„Wir haben uns anschließend psychologische Unterstützung geholt, um bestmöglich mit der Situation umgehen zu können. Natürlich hat diese Nachricht das gesamte Team sehr getroffen“, erläuterte der 46-Jährige. „Rebecca ist ein essenzieller Teil unserer Mannschaft.“
Höllrigl machte deutlich, dass sowohl er selbst als auch die gesamte Mannschaft den mutmaßlichen Dopingfall für ein Missverständnis halten.
„Wir stehen hinter Rebecca und sind überzeugt, dass sie unschuldig ist und sich alles aufklären wird“, erklärte der ehemalige Biathlet. Man habe den Vorfall intern sorgfältig geprüft und besitzt ein reines Gewissen.
Am 26. Januar wurde Passler außerhalb eines Wettkampfs positiv auf Letrozol getestet und daraufhin am Montag suspendiert. Somit wird sie definitiv nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen.
Der Wirkstoff, der unter anderem in Medikamenten gegen Brustkrebs verwendet wird, führt selbst nicht zu einer Leistungssteigerung, kann jedoch Veränderungen im Hormonspiegel, die durch anabole Steroide verursacht werden, verschleiern und steht deshalb auf der Liste verbotener Substanzen.
Vor neun Jahren wurde bereits die italienische Tennisspielerin Sara Errani (38) positiv auf Letrozol getestet. Sie erklärte den Befund mit einer durch ein Brustkrebsmedikament ihrer Mutter kontaminierten Pasta und erhielt eine vergleichsweise milde Sperre.
Ob ein ähnlicher Sachverhalt bei Passler vorliegt, wollte Höllrigl nicht kommentieren. „Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, und möchte keine weiteren Informationen preisgeben, da der Fall nun bei den Anwälten und der Staatsanwaltschaft liegt“, so der Sportdirektor.