Personelle Umbrüche bei den DSV-Biathletinnen: Trainer-Duo muss das deutsche Frauenteam verlassen
Frankfurt am Main – Überraschende Veränderungen im deutschen Damen-Biathlonteam! Nach der enttäuschenden Olympiabilanz ohne Goldmedaille erhalten die Athletinnen des DSV für die kommende Saison ein neues Trainerteam. Kristian Mehringer (44) und Sverre Olsbu Røiseland (35) werden nicht mehr Teil des Teams sein.
Diese Entscheidung teilte Sportdirektor Felix Bitterling (48) nach dem letzten Rennen der Saison am Sonntag in Holmenkollen im ZDF mit.
„Es steht fest, dass Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Røiseland das Frauen-Team verlassen werden“, erklärte Bitterling, der selbst ebenfalls den Deutschen Skiverband verlässt und eine Position als Marketingleiter bei der Internationalen Biathlon Union (IBU) antreten wird.
Für Mehringer bedeutet das jedoch keinen endgültigen Abschied. Nach acht Jahren als Coach soll er eine neue, „sehr bedeutende“ Rolle innerhalb des Deutschen Skiverbandes übernehmen, deren genaue Ausgestaltung noch festgelegt wird.
Die Situation von Røiseland gestaltet sich anders. Der Norweger hatte erst vor wenigen Wochen öffentlich gemacht, dass bei ihm Hodenkrebs diagnostiziert wurde. Zudem erwarten er und seine Frau, die Biathletin Marte Olsbu Røiseland (35), ihr zweites gemeinsames Kind.
„Wir haben das Gefühl, dass wir zu wenig von Sverre profitieren, während er das Gefühl hat, zu oft von seiner Familie getrennt zu sein“, begründete Bitterling den Schritt. „Sverre ist eine herausragende Persönlichkeit, ein großartiger Mensch und Trainer, aber aktuell passen seine privaten Umstände nicht mit den Anforderungen unseres Systems zusammen.“
Über mögliche Nachfolger äußerte sich der DSV-Sportdirektor bislang nicht; diese Entscheidung wird aller Voraussicht nach sein Nachfolger treffen. Dieser steht bereits fest: Bernd Eisenbichler (50) übernimmt ab dem 1. Mai wieder das Amt, das er bis 2022 vor Bitterling innehatte.
Auf den 50-Jährigen wartet eine große Herausforderung. Nach dem schlechtesten Olympiaergebnis seit einem halben Jahrhundert und dem Rücktritt der deutschen Spitzenathletin Franziska Preuß (32) ist eine neue Ära im deutschen Biathlon angebrochen.
Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick (37), die selbst zu den betroffenen Jahrgängen zählt, äußerte im ZDF bereits ihre Vorstellungen: Es brauche jemanden, der Weltklasse-Athletinnen fördern, innovative Ansätze einbringen und gleichzeitig die deutschen Stärken kennen und schätzen könne.
„Man benötigt Trainer mit Weitblick, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen und die individuelle Entwicklung bestmöglich unterstützen“, betonte die 37-Jährige.