Ein neues Kapitel für Franziska Preuß – Was der deutsche Biathlon-Star keinesfalls vermisst
Ruhpolding – Sie genießt ihren Rückzug aus dem Biathlon! Während ihre Mannschaftskolleginnen sich auf die letzten drei Weltcup-Rennen der Saison vorbereiten, kann Franziska Preuß (31) bereits entspannen und den Alltag ohne Wettkampfdruck genießen. Nach den Olympischen Spielen, bei denen sie ihre aktive Karriere beendet hat, eröffnen sich ihr ungewohnte Freiräume.
„Die vergangenen Tage waren wirklich schön“, berichtete Preuß etwa eine Woche nach ihrem letzten Rennen im Gespräch mit Blickpunkt Sport strahlend.
Sie sei täglich Langlaufen gewesen, was ohne den ständigen Leistungsdruck ein völlig anderes Gefühl sei: „Bei Sonnenschein, ohne Zeitmessung. Man kann anhalten, es sich gemütlich machen. Das ist etwas ganz Neues für mich, und ich genieße das gerade sehr“, erklärte die 31-Jährige.
Im Allgemeinen hat sie nun deutlich mehr Freiheiten als während ihrer Profi-Zeit. Ganz oben auf der Liste der Dinge, die Preuß keinesfalls vermissen wird, steht „unser Antidoping-Meldesystem“. „Die E-Mail, mit der ich mich jetzt abmelden konnte, war die beste überhaupt – nicht mehr jede Nacht angeben zu müssen, wo man schläft“, betonte die Gesamtweltcup-Gewinnerin der letzten Saison: „Das ist wirklich eine neue Freiheit.“
Auch der ständige Druck, täglich in Topform zu sein, werde ihr überhaupt nicht fehlen. „Man darf jetzt auch mal einen schlechten Tag haben, und das ist vollkommen in Ordnung“, sagte Preuß lachend. Dass sie bei Regen trainieren musste, habe ihr zudem nie wirklich Freude bereitet.
Insgesamt umfasst die Liste der Dinge, die sie vermissen wird, lediglich drei Punkte, wohingegen sie 15 Aspekte aufführt, auf die sie gut verzichten kann.
„Wenn man im Sport schwierige Herausforderungen meistert, fühlt sich das wirklich großartig an“, erinnerte sich Preuß an die schönen Seiten ihres Profidaseins. Die internationalen Freundschaften, die sie geknüpft habe, seien ganz besonders wertvoll, und auch die engen Bande im Team werde sie vermissen.
Dennoch freuen sich sowohl sie als auch ihre Familie darüber, dass Weihnachten nun wieder in den eigenen vier Wänden gefeiert werden kann, schmunzelte die zweifache Weltmeisterin.
Aus Angst vor Krankheiten, die sie während ihrer Karriere oft zurückwarfen, hatte Familie Preuß die Weihnachtstage teilweise im Garten verbracht. Mit ihrem Lebenspartner Simon Schempp (37) lebte sie phasenweise „wie in einem Kloster“, wie die beiden bereits nach der vergangenen Saison verrieten – der ehemalige Biathlet wurde dabei gelegentlich ins Gästezimmer mit eigenem Bad verbannt.