Deutsches Biathlon-Talent deutet Karriereende an: Kommt nach dieser Saison das Aus?
Leipzig – Justus Strelow (29) machte am Dienstag Station in Leipzig. Im Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) unterzog sich der Olympia-Bronzemedaillengewinner im Biathlon einer gründlichen medizinischen Untersuchung. Das war wichtig, bevor der Trainingsalltag wieder voll durchstartet. Die letzten Wochen verbrachte er mit seiner Frau Elli und dem neun Monate alten Sohn Karl und nutzte die Zeit, um über seine Zukunft nachzudenken.
„Wir waren im Urlaub in Südafrika. Zuerst einige Tage in Johannesburg mit Safari, anschließend flogen wir nach Port Elizabeth und fuhren entlang der Garden Route bis nach Kapstadt, wo wir Wanderungen unternahmen“, schwärmt der Hermsdorfer. „Eine wunderbare Zeit.“
Jetzt richtet sich sein Fokus wieder voll auf den Sport. „Im IAT steht ein Belastungstest an. Auch mein gebrochener Finger wird dabei genau untersucht“, berichtet der 29-Jährige. Wenn die Wissenschaftler grünes Licht geben, heißt es wieder volle Kraft voraus in Richtung Wintersaison. Das Highlight wird die Weltmeisterschaft Mitte Februar in Otepää, Estland.
Bleibt die Frage: Ist das seine letzte WM? „Fest steht, dass ich nicht bis zu den Spielen 2030 weitermachen möchte. Diese Saison will ich auf jeden Fall noch einmal alles geben“, erklärt Strelow. „Danach entscheide ich von Saison zu Saison.“
Bei der Begründung wird der Sachse privat.
„Bei meiner Entscheidung spielt nicht nur meine Person eine Rolle“, sagt der Skijäger. „Die Familie steht ebenfalls im Mittelpunkt. Im Sommer ist das kein Problem, aber im Winter bin ich oft mehrere Wochen am Stück unterwegs.“
Die Entwicklung seines Sohnes kann Strelow kaum miterleben und zu Hause wenig unterstützen. Deshalb wird sich der WM-Dritte von 2025 voraussichtlich auf seiner Abschiedstour befinden. Bereits jetzt kann Justus auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken …