Bislang größtes Biathlon-Comeback! Darum stellt der DSV seinen Kader komplett um
Nové Město na Moravě (Tschechien) – Dieser Weltcup wird ganz anders verlaufen als gewohnt! Wenn am Donnerstag die letzten Biathlonwettkämpfe vor den Olympischen Spielen starten, fehlen zahlreiche prominente Namen. Auch das DSV-Team nimmt eine umfassende Rotation im Kader vor.
Wer die Aufstellung für den Weltcup im tschechischen Nové Město betrachtet, wird überrascht sein: Von den elf DSV-Spitzensportlern, die am Dienstag für die Olympischen Spiele nominiert wurden, stehen nur drei auch bei den Rennen am kommenden Wochenende auf der Startliste.
„Im Hinblick auf den bevorstehenden Weltcup in Nové Město haben wir unser Team nach Abschluss der Olympia-Qualifikation und der Nominierung gezielt verändert“, erläuterte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling die Hintergründe der Entscheidung.
Viele Athleten wollen sich optimal auf das Saisonhighlight in 1600 Metern Höhe vorbereiten und fahren deshalb ins Höhentrainingslager, während andere eine Pause einlegen, um für die Medaillenjagd in Antholz topfit zu sein.
Bitterling präzisierte: „Bei den Frauen, die auch bei Olympia an den Start gehen werden, sind Franziska Preuß und Anna Weidel dabei. Zusätzlich vertreten Sophia Schneider, Marlene Fichtner, Julia Kink und Hanna Kebinger unser Team.“
Für Kebinger ist es nach über zwei Jahren ohne Weltcup-Einsätze ein bedeutendes Comeback. In dieser Zeit hatte sie mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und verlor sogar ihren Platz im DSV-Kader. In diesem Winter sammelt die Staffel-WM-Medaillengewinnerin von 2023 Erfahrungen im IBU-Cup und profitiert nun von den Absagen der A-Nationalmannschaft.
Bei den Herren fällt der Wechsel noch deutlicher aus: Im Kurz-Einzel am Donnerstag werden mit Danilo Riethmüller, Johannes Kühn, Roman Rees, Simon Kaiser, Leo Pfund und Elias Seidl sechs Athleten ohne Olympia-Teilnahme starten.
Ein kleines Hoffnungszeichen gibt es für Philipp Horn: Trotz seiner schweren Erkrankung, die ihn nahezu den gesamten Januar lahmlegte, könnte er zumindest im Massenstart am Sonntag an den Start gehen, um vor Olympia noch Wettkampferfahrung zu sammeln.
Der 48-jährige Sportdirektor dämpfte jedoch die Erwartungen: „Derzeit sieht es eher unwahrscheinlich aus, aber die kommenden Tage werden Klarheit bringen.“
Interessanterweise ist der DSV nicht der einzige Verband, der auf diese Strategie setzt: Auch Norwegen schickt ein B-Team ins Rennen, und die schwedischen Öberg-Schwestern verzichten ebenfalls auf die Weltcup-Teilnahmen.