Nach dem Karriereende: Überraschende berufliche Wendung bei Biathlon-Star Franziska Preuß
Ruhpolding – Mit dem Massenstart-Wettkampf bei den Olympischen Winterspielen ging die beeindruckende Karriere von Biathlon-Profi Franziska Preuß (31) zu Ende. Im Weltcup wird man sie künftig nicht mehr erleben, doch wer annahm, sie würde sich nun erst einmal zurückziehen, irrt sich: Rund um die Bronzemedaillen-Gewinnerin gibt es eine unerwartete berufliche Neuigkeit.
Die Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison wird bereits am Freitag wieder im Fernsehen präsent sein. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften am Großen Arber wird sie als Co-Kommentatorin die beiden Massenstart-Rennen in der Sportschau begleiten.
Beide Wettbewerbe sind im ARD-Stream abrufbar, dabei ist Preuß als Kommentatorin zu hören. Während sie den Nachwuchs verfolgt, kämpft ihr früheres Team im finnischen Kontiolahti um Weltcup-Punkte. Das Event beginnt bereits am Donnerstag mit dem Einzel der Frauen, am Freitag folgen die Männer.
Schon seit dem Sommer war allen Teamkolleginnen und -kollegen klar, dass Preuß ihre aktive Karriere beenden würde – nur der genaue Zeitpunkt war damals noch ungewiss, erklärte Julia Tannheimer (20) kürzlich im Interview mit Sport1. „Wir hatten es eigentlich schon seit der letzten Saison geahnt“, berichtete sie.
Damals hatte Preuß mit dem Gewinn des Gesamtweltcups und dem Weltmeistertitel in der Verfolgung ihren bisher größten Erfolg gefeiert. Ihr Ziel war es, ihre Laufbahn mit einer Olympiamedaille in einer Einzeldisziplin abzuschließen, was ihr jedoch nicht vergönnt war.
Bei den Spielen in Peking sicherte sie sich Bronze mit der Frauen-Staffel, zudem gewann sie in Mailand und Cortina Bronze mit der Mixed-Staffel.
Ausgerechnet am Arber, wo sie nun als Kommentatorin tätig sein wird, begann jene Saison, in der Preuß noch einmal ganz oben angreifen wollte, jedoch von Beginn an vom Pech verfolgt wurde. Bei den Deutschen Meisterschaften im September zog sie sich eine schwere Handverletzung zu, die operativ behandelt werden musste.
Kurz darauf infizierte sie sich zum Saisonstart in Östersund mit Corona und Influenza, wodurch sie in der wichtigen Olympia-Vorbereitung längere Zeit pausieren musste.
Beim Saisonhöhepunkt kämpfte sie vor allem mit der Nervosität am Schießstand und empfand den Abschluss ihrer erfolgreichen Karriere letztlich sogar als Befreiung.
Wohin ihre berufliche Reise als Nächstes führt, ist noch offen. Möglich ist, dass sie – wie viele ihrer Vorgängerinnen – als Expertin im Fernsehen durchstartet.