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Deutscher Biathlon-Direktor erklärt: Darum nutzt der DSV in Oslo keinen zusätzlichen Startplatz bei den Frauen

Oslo (Norwegen) – Nach der Bekanntgabe des deutschen Biathlon-Teams für das Saisonfinale am Holmenkollen in Oslo gab es Nachfragen, warum der Deutsche Skiverband (DSV) auf den möglichen siebten Startplatz bei den Damen verzichtet hat. Sportdirektor Felix Bitterling (48) erläutert nun die Hintergründe.

Gemäß einer Regel, wonach Länder mit einer Top-Ten-Platzierung im Gesamtklassement des IBU-Cups, der zweithöchsten Wettkampfserie, einen zusätzlichen Startplatz für das Weltcup-Finale erhalten, hätte Deutschland diese Option nutzen können.

Der Verband entschied sich jedoch dagegen, sodass in Oslo sechs Athletinnen – Vanessa Voigt, Selina Grotian, Janina Hettich-Walz, Marlene Fichtner, Julia Tannheimer und Julia Kink – an den Start gehen werden.

„Wir treten mit sechs Sportlerinnen an. Eigentlich hätten wir über die IBU-Cup-Gesamtwertung noch einen siebten Platz vergeben können, der ursprünglich für Anna Weidel vorgesehen war“, erklärt Felix Bitterling gegenüber TAG24 und ergänzt:

„Nach einer längeren und intensiven Krankheitsphase ist sie jedoch momentan noch nicht in der Lage, bei internationalen Wettkämpfen zu starten. In enger Absprache zwischen den Trainern der Weltcup- und IBU-Cup-Teams haben wir deshalb beschlossen, diesen Startplatz nicht zu besetzen.“

Zwar standen weitere Athletinnen potenziell zur Verfügung, doch aus sportlichen Gründen erfolgte keine Nominierung.

„Der Grund liegt darin, dass die derzeit verfügbaren Athletinnen nicht das Leistungsniveau besitzen, um im Weltcup eine bedeutende Rolle zu spielen. Gleichzeitig handelt es sich nicht um sehr junge Sportlerinnen, bei denen man vor allem auf den Erfahrungserwerb setzen würde“, erläutert Bitterling auf Nachfrage von TAG24.

Man habe sich bewusst entschieden, den zusätzlichen Startplatz frei zu lassen. „Dies ist übrigens keine ungewöhnliche Entscheidung, sondern auch bei anderen führenden Nationen üblich: Wenn keine Athletinnen oder Athleten mit dem erforderlichen Leistungsniveau zur Verfügung stehen, bleibt ein solcher Platz im Zweifel unbesetzt“, so der Sportdirektor weiter. So verzichtet beispielsweise Tschechien beim Saisonfinale bei beiden Geschlechtern auf jeweils einen Startplatz.

Bei den Männern hingegen schöpft der DSV seine Startmöglichkeiten voll aus und entsendet acht Athleten nach Oslo. Von Donnerstag bis Sonntag kämpfen dort alle Nationen noch ein letztes Mal um Weltcup-Punkte, bevor die Sommerpause beginnt.