Erster Weltcup-Auftritt nach dem Tod von Biathlet Bakken – besondere Ehrung geplant
Oberhof – Nach dem tragischen Verlust des norwegischen Biathleten Sivert Guttorm Bakken (†27) findet der Weltcup-Zirkus nun erstmals wieder zusammen. In Oberhof soll der Verstorbene auf eine besondere Weise gewürdigt werden.
Am Donnerstag um 11.30 Uhr startet der Sprint der Herren, doch die Startnummer 1 wird nicht vergeben sein. Stattdessen beginnt das Rennen mit der Nummer 2, die eine halbe Minute später ins Rennen geht – die Nummer 1 ist symbolisch für Bakken reserviert, wie der Biathlon-Weltverband IBU gegenüber dem norwegischen Sender NRK bestätigte.
Emilie Nordskar, Generalsekretärin des norwegischen Biathlonverbands, berichtete, dass vor dem Start eine einminütige Applausrunde zu Ehren Siverts abgehalten werde, um ihm, seinen Leistungen und seiner Persönlichkeit Respekt zu zollen.
Diese Regelung ist das Ergebnis gemeinsamer Gespräche zwischen der IBU und dem norwegischen Verband, um eine angemessene Art des Gedenkens an Bakken zu finden.
Die Teamkameraden von Bakken begrüßen diese Entscheidung ausdrücklich. Johannes Dale-Skjevdal (28) sagte dazu: „Ich finde, das ist die richtige Art, Sivert zu ehren. Es klingt sehr schön, auch wenn es sicherlich schmerzhaft sein wird.“
Das gesamte Team wird zudem mit Trauerflor antreten, wie es bereits Juni Arnekleiv (26) und Mats Øverby (25) bei Biathlon auf Schalke gezeigt hatten.
Vetle Sjåstad Christiansen (33) erklärte: „Wir wissen, dass es emotional schwierig wird. Dennoch haben wir viele talentierte Athleten hier und werden unser Bestes geben, um eine gute Leistung abzurufen.“
Ursprünglich war Bakken für den Weltcup in Oberhof nominiert, doch am Tag vor Heiligabend wurde er plötzlich tot in seinem Hotelzimmer in Lavazè, Italien, aufgefunden.
Seinen Platz übernimmt nun Isak Frey (22), der zunächst unentschieden war, ob er auf diesem Weg ins Weltcup-Geschehen zurückkehren möchte. Eigentlich sollte er zu Jahresbeginn im zweitklassigen IBU-Cup am Arber starten.
Schließlich entschied sich Frey doch für den Weltcup-Einsatz – auch im Gedenken an Bakken selbst.
„Die ganze Situation ist unfassbar traurig. Ich habe lange überlegt, ob ich Siverts Platz einnehmen soll, und bin zu dem Schluss gekommen, dass der beste Weg, ihm zu gedenken, darin besteht, nach Oberhof zu fahren“, erklärte Frey dem NRK nach seiner Nominierung.