Bereits im zweiten Weltcup-Rennen! Traumhaftes Biathlon-Gold für deutschen Nachwuchs
Nové Město na Moravě (Tschechien) – Was für ein beeindruckender Einstand für Leonhard Pfund! Zusammen mit Marlene Fichtner sicherte sich der deutsche Biathlet in der Single-Mixed-Staffel unerwartet die Goldmedaille. Mit einer herausragenden Schlussrunde setzte sich der 22-Jährige gegen den Norweger Martin Nevland durch und brachte dem Team des DSV den ersten Sieg der Wintersaison vor Finnland und Frankreich.
Obwohl die beiden deutschen Talente davon profitierten, dass einige Spitzenländer wie Schweden nicht in ihrer stärksten Besetzung antraten, zeigten sie selbst eine exzellente Leistung: Sie benötigten lediglich vier Nachlader und überzeugten auch auf der Strecke.
Während die ebenfalls 22-jährige Fichtner bereits seit Beginn der Saison oft zum Weltcup-Aufgebot gehörte, feierte Pfund an diesem Wochenende sein Debüt. Bereits am Donnerstag gelang ihm mit Rang 13 im Kurz-Einzel ein bemerkenswerter Einstieg, woraufhin er in Abwesenheit der deutschen Topstarter für die Single-Mixed-Staffel nominiert wurde.
Was danach geschah, war für viele wohl eine Überraschung: Kein anderes Team schoss so präzise wie die deutsche Paarung, die dadurch stets in der Spitzengruppe blieb.
Im entscheidenden Stehendanschlag behielt Pfund die Ruhe, benötigte nur einen Nachlader, während die Konkurrenz mehrfach Patzer zeigte. Als Zweiter hinter Norwegen ging er auf die letzte Runde und legte dort ein enormes Tempo vor.
Der 22-Jährige setzte sich schnell von seinem norwegischen Gegner ab, der später noch vom Finnen Tero Seppälä – der als Favorit mit Gesamtweltcup-Zweiter Suvi Minkkinen gestartet war – sowie vom französischen Duo Jeanne Richard und Emilien Claude überholt wurde. Pfund erreichte als Erster das Ziel, wo er gemeinsam mit Fichtner kaum fassen konnte, was ihnen gelungen war.
"Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, das ist einfach unglaublich", strahlte Fichtner ins ARD-Mikrofon: "Dass Leo am Ende noch so stark attackiert hat und wir hier ganz oben auf dem Podest stehen, ist unbeschreiblich, vor dieser großartigen Kulisse."
Auch Pfund zeigte sich überwältigt von der gemeinsamen Leistung.
"Ich habe mich heute wirklich sehr gut gefühlt", erklärte der Junioren-Weltmeister. "Die ganze Euphorie hat mich getragen. Die Stimmung war so mitreißend, dass ich alles um mich herum vergessen habe und einfach nur noch geflogen bin."
Dass er nach nur seinem zweiten Weltcup-Rennen bereits als Sieger dasteht, muss erst noch realisiert werden: "Aber über die Ziellinie zu laufen und Weltcupsieger zu sein, das ist einfach richtig genial."